Sonntag, 31. Juli 2016

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Die besten Yachten des Jahres Guck mal, was da fliegt

Yachten: Die besten Neuheiten des Jahres 2016
Fotos
EYOTY/ B. Kolthof

Die "boot" in Düsseldorf ist die größte Wassersportmesse der Welt. Hier sind die besten neuen Segel- und Motoryachten, die dort eine Jury prämiert hat. Eines der Boote kann sogar fliegen.

Der Rumpf hebt sich aus dem Wasser, das Boot zischt auf Tragflächen über die Wellen: Eine Yacht, die fliegt, ist bisher ein eher ungewöhnliches Bild. Doch Foilen, so nennen Wassersportler diese Disziplin, gilt als der neue Trend im Segelsport. Auf der weltweit größten Wassersportmesse "boot" wurde nun eine Yacht mit sogenannten foils vorgestellt und zur spektakulärsten Neuheit der Saison ernannt.

Die "Quant 23" ist beim Wettbewerb "Yachten des Jahres" die Gewinnerin in der Kategorie "besondere Boote". Sie ist das erste Kielboot, das foilen kann. Dafür fährt man in Lee - also auf der dem Wind abgewandten Seite des Bootes - Tragflächen aus, die ab einer gewissen Geschwindigkeit genügend Auftrieb entwickeln, um das Boot über der Wasseroberfläche fliegen zu lassen - mit bis zu 24 Knoten, also 45 km/h.

Schon vor zehn Jahren experimentierten Bootsbauer mit dieser Technik, jetzt wird sie populär. "Das Erstaunliche an der 'Quant 23' ist, dass man keine besondere Eignung braucht. Jeder ambitionierte Segler kann einfach fliegen gehen", sagt Jochen Rieker, Chefredakteur des Magazins "Yacht".

Das rund sieben Meter lange Segelboot ist leicht (270 Kilogramm), und es sieht ungewöhnlich aus: Die flache, rechteckige Form der Bugpartie sorgt für Sicherheit - vor allem beim Wiedereintauchen ins Wasser. Eine Kleinserie des Segelbootes ist geplant, ein Aufpreis von bis zu hundert Prozent im Vergleich zu normalen Seglern dieser Größe wahrscheinlich.

Nur Foilen ist schöner

Trotz der hohen Anschaffungskosten halten viele Experten das Foilen für das Zukunftsthema im Segelsport. "Bis 2020", prognostiziert Rieker, "wird das Foil-Segeln definitiv zu einer neuen olympischen Disziplin." Helge und Christian Sach, ehemals Segel-Weltmeister in der F18-Klasse, sind bereits umgestiegen und foilen erfolgreich. Auf der "boot" berichten sie bei mehreren Vorträgen von ihren Erfahrungen mit dem rasanten Tragflächen-Segeln.

Auf der "boot" in Düsseldorf, die noch bis 31. Januar dauert, werden aber auch weniger radikale Untersätze präsentiert. Eine elfköpfige Jury aus den Chefredakteuren der führenden Segel- und Motorbootmagazine Europas hat je fünf Motor- und Segelyachten ausgezeichnet.

Sehen Sie sich hier die Fotos der prämierten Boote an.

Trends auf der "boot 2016"

  • Bei den Standard-Segelyachten ist das Thema Individualisierung der große Trend. Beispielhaft zeigt sich dies an der "Hanse 315", die ebenfalls als "Yacht des Jahres" ausgezeichnet wurde. "In ihrer Konfiguration von rund neun Metern bietet das Einstiegsboot dem Eigner genauso viel Bandbreite wie eine 15-Meter-Yacht. Es lässt sich exakt auf die persönlichen Wünsche anpassen", sagt Rieker. Der Einstiegspreis liegt bei 65.000 Euro. "Man kann sich aber auch eine Hanse für 100.000 Euro bestellen, je nach den Sonderwünschen."
  • Komfort auf dem Wasser ist gefragt, und der darf auch was kosten. Das gilt nicht nur für Segel-, sondern auch für Motorboote. "Die Leute sind bereit, wieder mehr Geld für neue Boote auszugeben", konstatiert "Boote"-Chefredakteur Torsten Moench. Entsprechend üppig ausgestattet sind die neuen Schiffe. "'Easy Boating' ist gefragt", erklärt Moench, "es gibt immer mehr innovative Antriebskonzepte und eine Fülle an elektronischen Helferlein." Größere Yachten wie die als "Powerboot des Jahres" ausgezeichnete "Galeon 500 Fly" mit 16,20 Metern Länge können heutzutage von einer Zweier-Crew gesteuert werden.
  • Die Kundschaft bei den Motorbooten rekrutiert sich, so die Beobachtung von Moench, immer öfter aus "älter werdenden, ehemaligen Seglern, die weiterhin Wassersport treiben möchten und umsteigen aufs Motorboot." Diese Umsteiger sind mittlerweile eine der Hauptzielgruppen der Motorbootbauer. Moench: "Da haben einige Werften reagiert und bedienen diese Kunden, die einen gewissen Anspruch haben und wissen, wie ein Boot auszusehen hat."

 Die "boot" in Düsseldorf läuft noch bis 31. Januar 2016.

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