Donnerstag, 30. Juni 2016

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Mercedes steigt in Markt ein Pick-ups sind die neuen SUV

Pick-ups: Ab auf die Pritsche
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TMN / Daimler

Während in den USA Pick-ups zu den meistgekauften Fahrzeugen gehören, finden die Wagen hierzulande nur wenig Abnehmer. Doch das soll sich schon bald ändern, wenn es nach den Wünschen der Hersteller geht. Eine Bestandsaufnahme.

Stuttgart - Er gilt als das amerikanischste aller Autos. Für seine Fahrer ist er der legitime Erbe des Planwagens, mit denen die Ahnen das Land besiedelt haben: Keine andere Fahrzeuggattung rührt so sehr an der US-Volksseele wie der Pick-up. Kein Wunder, dass auf dem größten Fahrzeugmarkt der Welt mehr als jeder zehnte Pkw eine Pritsche hat.

Doch ein, zwei Fahrzeugklassen darunter schwappt dieses Phänomen mit Modellen von etwa einer Tonne Nutzlast so langsam auch nach Deutschland. "Das Segment hat zwar nur einen Marktanteil von weniger als einem Prozent", sagt Mitsubishi-Vertriebschef Jens Schulz. "Aber die Zahl der Wettbewerber, die um diesen kleinen Kuchen ringen, wird immer größer."

Einer der Neueinsteiger ist Mercedes. An der Nahtstelle zwischen den Geländewagen aus der Pkw-Division und den Kastenwagen der Transport-Fraktion wollen die Schwaben bis zum Ende des Jahrzehnts ihren ersten eigenen Pritschenwagen anbieten, stellt Spartenchef Volker Mornhinweg in Aussicht.

Die neuen Pritschenwagen

In der Reihe der Newcomer sind die Stuttgarter damit nicht alleine: Auch Renault plant schon für das nächste Jahr einen ersten Kleinlaster mit offener Ladefläche und hat mit dem Alaskan bereits eine entsprechende Designstudie gezeigt, sagt Pressesprecher Thomas May-Englert. Und als dritter im Bunde hat Fiat in Turin für das kommende Jahr ebenfalls einen neuen Pick-up mit rund einer Tonne Nutzlast angekündigt.

Dass sich die drei Hersteller vergleichsweise leicht tun mit dem Schritt in ein neues Segment, hat zwei Gründe: Die Technik der Pritschenwagen mit Leiterrahmen, zuschaltbarem Allradantrieb und drehmomentstarken Dieselmotoren ist ebenso robust wie preisgünstig. "Und vor allem setzen alle Neueinsteiger auf Kooperationen mit etablierten Anbietern und müssen deshalb nicht mehr bei Null anfangen", sagt Jonas Wagner vom Strategieberater Berylls.

Der Fiat wird deshalb ein neu eingekleideter Mitsubishi L200, verrät Vertriebsmann Schulz. Renault und Daimler bedienen sich jeweils beim Allianz-Partner Nissan und dessen Navara.

Sowohl der Nissan als auch der Mitsubishi wurden gerade komplett überholt und stehen in einer neuen Generation am Start. Den Navara gibt es dabei zum ersten Mal mit vielen Assistenzsystemen aus den zivilen Geländewagen und einem neuen Dieselmotor, der aus 2,3 Litern Hubraum 140 kW/190 PS schöpft und rund ein Viertel weniger verbraucht als früher. Und für den bis zu 133 kW/181 PS starken L200 reklamiert Mitsubishi vor allem einen Verbrauchsvorteil von bis zu 1,1 Litern, mehr Raffinesse und mehr Komfort in der Kabine.

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