Samstag, 24. Juni 2017

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Oldtimer Schwierige Werte-Fragen

Oldtimer: Die schwierige Suche nach dem Preis
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TMN

Der Markt für Oldtimer boomt. In Niedrigzinszeiten kann das Garagengold auch als Wertanlage verlockend sein. Experten können den Wert eines Oldtimers ziemlich genau schätzen. Aber auch ohne Gutachter können Autoliebhaber Preise und Wertprognosen ausloten.

Berlin - Ein VW Käfer 1300 der Baujahre 1967 bis 1973 war im Jahr 2012 das Pkw-Modell mit dem größten Wertzuwachs. Noch vor wenigen Jahren gab es Käfer zu Schnäppchenpreisen im dreistelligen Bereich auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Schaut man sich heute die Preise in gängigen Internetportalen an, wird man feststellen, dass Käfer inzwischen den mehrfachen Wert ihres Neupreises erzielen können - sogar fünfstellige Euro-Beträge sind keine Seltenheit.

"Dennoch hat sich die Wertentwicklung historischer Kraftfahrzeuge im vergangenen Jahr verlangsamt", stellt Stefan Röhrig vom Verband der Automobilindustrie (VDA) fest. "Man sollte einen Oldtimer als Kapitalanlage auch nicht überschätzen", rät der Leiter des Fachreferats Historische Fahrzeuge. Der VDA gibt die durchschnittliche Wertsteigerung von Oldtimern in Deutschland für das Jahr 2012 mit 4,2 Prozent an. Der Deutsche Oldtimer Index, den der VDA jährlich herausgibt, legte in 2011 noch um 9,3 Prozent zu.

"Wir legen schon seit 1999 die Daten der Preisentwicklungen von 88 unterschiedlichen Fahrzeugtypen aus sieben Herstellernationen zugrunde, die den deutschen Oldtimermarkt repräsentieren", erläutert Stefan Röhrig den Index. "Vorkriegsfahrzeuge spielen dabei keine Rolle, da solche Exoten den Durchschnittswert verfälschen würden." Das Mindestalter für Oldtimer hingegen ist fix und liegt bei 30 Jahren. "Die Werte entwickeln sich insgesamt positiv", so Röhrig, "aber bei englischen Oldtimern ist beispielsweise gerade ein Abfallen des Preisniveaus zu verzeichnen."

Deutliche Wertzuwächse gab es laut Röhrig bei einigen Modellen aus Frankreich, Italien und Schweden. "Auffallend ist, dass besonders viele frühere Großserienmodelle deutliche Wertsteigerungen erfahren haben" - zum Beispiel der Volvo Amazon oder der Renault 16 oder auch der Chevrolet Camaro.

Online-Tools zur Wertbestimmung

Wo der Wert ihres Traumautos grob einzuordnen ist, erfahren Oldtimer-Fans beispielsweise online. Das Unternehmen Classic-Tax, das die notwendigen Daten zur Ermittlung des Oldtimer Index für den VDA beisteuert, bietet im Internet eine kostenlose Berechnung des Marktwerts an - ein preislicher Rahmen dessen, was das ausgewählte Modell in unterschiedlichem Gebrauchszustand aktuell kostet.

"Im Bereich der Oldtimer-Bewertungen wird oft mit fantasievollen, aber rechtlich unbedeutenden Begriffen wie Liebhaberwert, Verkaufswert oder Zeitwert jongliert", erklärt Frank Wilke, Geschäftsführer von Classic-Tax. "Es gibt aber eigentlich nur drei Werte, die wirklich zählen: Marktwert, Wiederbeschaffungswert und Wiederherstellungswert." Diese Definitionen sind eindeutig und insbesondere für Versicherungen wichtig. "Der Marktwert ist der Betrag, den der Oldtimer bei einem An- oder Verkauf auf dem Liebhabermarkt zum gegenwärtigen Zeitpunkt erzielt", erläutert Wilke.

Dementsprechend bemessen Kasko-Versicherer ihre Beiträge. "Kauft jemand also heute einen Käfer, sollte er in zwei Jahren nachschauen, ob sich der Wert weiter erhöht hat, um auch seine Versicherungssumme anzupassen", empfiehlt Wilke und warnt: "Für die regelmäßige Kontrolle des Wertes und die Benachrichtigung des Versicherers ist allein der Halter verantwortlich. Wer das nicht macht, bekommt im Schadensfall nicht den aktuellen Wert ersetzt."

Tritt ein Schadensfall ein, kommt der Wiederbeschaffungswert ins Spiel. "Er beziffert die Summe, die der Geschädigte im Falle eines Unfalls aufwenden muss, um ein gleichartiges und gleichwertiges Ersatzfahrzeug kurzfristig zu beschaffen", erläutert Wilke. Der Wiederherstellungswert schließlich ist eine Summe, die sich aus der Anschaffung und der späteren Restaurierung eines Fahrzeugs ergeben hat. "In der Regel liegt dieser Wert immer erheblich über dem Marktwert", so Wilke. "Wenn ein Verkäufer zu diesem Wert weiter verkaufen möchte, bleibt er damit meistens auf der Strecke."

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