Mittwoch, 20. Februar 2019

Comebacks, Klassiker und Stromer Das sind die neuen Motorräder

Comebacks, Klassiker, Stromer: Das sind die neuen Motorräder 2019
Honda/dpa-tmn

Die Motorradhersteller brennen 2019 ein Neuheiten-Feuerwerk ab. Dazu gehören Comebacks legendärer Maschinen, neue Klassiker aus Indien und eine legendäre Motorradmarke, die sich unter Strom setzt. Dominierend: Der Retro-Look.

Der Retro-Trend geht weiter bei den Motorradneuheiten 2019 - doch es gibt auch elektrisierende Überraschungen. Eine der erfreulichsten Neuerscheinungen in diesem Jahr sei die Moto Guzzi V85 TT, findet Michael Lenzen. "Auf der Intermot in Köln im vergangenen Oktober war die Reise-Enduro des italienischen Herstellers einer der unbestrittenen Stars", so der Vorsitzende des Bundesverbandes der Motorradfahrer.

Moto Guzzi selbst preist die Maschine als "Classic Enduro". Und tatsächlich erinnert die Machart der V85 TT an die späten 1970er Jahre, als Yamaha das Enduro-Segment mit der XT 500 begründete. Auch dass die V85 TT mit "nur" 59 kW/80 PS aus 850 ccm ein deutliches Zeichen gegen den "Schneller-, Schwerer- und Komplizierter-Wahn" vieler anderer Hersteller in diesem Segment setzt, schadet ihr nicht.

"Ein Schnäppchen ist die Guzzi mit rund 12.000 Euro allerdings nicht", so Lenzen. Denn für 1550 Euro Aufschlag bekäme man bei Triumph mit dem Modell Scrambler 1200 XC eine mit 66 kW/90 PS deutlich stärkere, nichtsdestotrotz mit einem Leergewicht von etwa 215 Kg gegenüber 229 kg sogar leichtere Reisemaschine.

Wie schon der von den Engländern bereits länger angebotene, kleinere Street Scrambler mit 900 ccm, der jetzt allerdings 48 kW/65 PS und damit 10 PS mehr als bisher leistet, setzt auch die 1200er auf den Offroad-Look der 60er Jahre. Damals wurden bei Straßenmotorrädern kurzum der Auspuff etwas höher verlegt sowie grobstollige Reifen aufgezogen - schon glaubte sich mancher Hobby-Abenteurer gerüstet für eine Fahrt über den Fluss und in die Wälder.

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Im Unterschied dazu, aber auch zum Street Scrambler aus eigenem Haus sieht die 1200er Triumph Scrambler nicht nur nach Gelände aus, sondern weist mit sogar zwei fürs Gelände zu wählenden Fahrmodi, "Offroad" und "Offroad Pro" die nötige Kompetenz tatsächlich nach.

Offroad-Kompetenz - das gilt für die BMW R 1250 GS und R 1250 GS Adventure ohnehin. "Die Nachfolgerin der R 1200 GS, dem über viele Jahre mit Abstand meistverkauften Motorrad in Deutschland, gilt als die High-End-Reise-Enduro schlechthin", so Lenzen. Tatsächlich hat das Modell mit 100 kW/136 PS Kraft im Überfluss, allerdings lässt sich BMW das teuer bezahlen. "Mindestens 16.150 Euro sind fällig, wählt man die Adventure-Variante mit größerem Tank und mehr Federweg, sind es gar 17.700 Euro", so der Branchenexperte. Und mit Sonderausstattung und Zubehör lasse sich problemlos gar die 20.000 Euro-Schallmauer durchbrechen.

Solche Superlative waren der Kawasaki W800 schon immer fremd. Mit gerade einmal 35 kW/48 PS stand der den Triumph-, BSA- und Norton-Maschinen der 1960er Jahre nachempfundene Parallel-Twin stets für Entschleunigung pur. Groß war daher die Trauer bei Motorrad-Nostalgikern, als die Euro-4-Abgasnorm und das fehlende ABS die W800 Ende 2016 in den Zwangsruhestand versetzten. Jetzt ist die Maschine mit dem ikonischen Königswellen-Antrieb wieder da. "Natürlich mit ABS und auch Euro-4-tauglich. 90 Prozent der verbauten Teile sollen laut Kawasaki neu sein", erklärt Lenzen. Angeboten wird die W800 als Street-Variante und als Cafe-Ausführung mit kleiner Cockpitverkleidung und Höcker-Sitzbank.

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