Sonntag, 28. Mai 2017

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Skurriles Auto-Zubehör Das Auto als Freizeitpark

Die etwas andere Innenausstattung: Von wegen nur Nippes
Fotos
TMN / Bentley

Immer genügend Saft: Mit einer Powerbank überbrücken Digitalnomaden und andere Dauernutzer von Handys und Tablets Zeiten, in denen länger keine Steckdose in Sicht ist. Mittlerweile gibt es die Akkuriegel auch für Autofahrer. Ist die Batterie leer, versprechen sie Starthilfe. Das ist nur ein Beispiel, denn der Handel bietet eine schier unübersichtliche Vielfalt an Auto-Extras. Manche sind praktisch, andere skurril.

Dazu zählen Soundgeneratoren für den Zigarettenanzünder, die über einen FM-Transmitter V8-Sound an die Lautsprecher schicken: Jeder Kleinwagen kann so, zumindest akustisch, auf Sportwagen machen. Für Schwimmernaturen, die sich schon immer mal einen Föhn im Auto wünschten, gibt es einen Haartrockner, der den Strom über die gleiche Buchse bezieht. Im Netz tummeln sich Online-Shops, die derlei führen.

Auch ein Tablett für Essen und Getränke, einhängbar im Lenkrad, lässt sich über das Internet bestellen. Für Menschen, die viel unterwegs sind, vielleicht ein praktisches Gadget. Doch natürlich darf es nur genutzt werden, wenn das Auto steht, warnt Thomas Schuster, Prüfingenieur bei der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation KÜS in Losheim am See.

Denn alles, was nicht niet- und nagelfest ist, kann prinzipiell zum Verletzungsrisiko werden, ergänzt Arnulf Thiemel vom ADAC Technik Zentrum. Das gilt für größere Teile, die man an den Zigarettenanzünder anschließt ebenso wie für Bluetooth-Einrichtungen zum Befestigen an der Sonnenblende oder den klassischen Wackeldackel und dessen moderne Entsprechung, die Wackelkatze. Bei einem Unfall können sie sich lösen und im Auto umherschleudern. "Wenn so ein Teil Insassen am Kopf trifft, wird es bitter", sagt Thiemel.

Generell können Autofahrer davon ausgehen, dass Dinge vom Autohersteller sicherer sind als Nippes aus dem Internet wie etwa Becherhalter mit Wankausgleich oder Alarmanlagen mit besprechbaren Sprachchips: Die sollen mögliche Diebe durch direkte Ansprache nach dem Motto "Hey Du, komm' mir nicht zu nah!" abschrecken. "Beim Originalzubehör ist zu erwarten, dass die Sicherheitsvorschriften der Hersteller mit eingeflossen sind", sagt Thiemel. Nur schlage sich das auch im Preis nieder.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema Pause und Picknick, dem sich auch mancher Edelhersteller, vor allem aus Großbritannien, angenommen hat. Denn dort haben so genannte "Tailgate Lunches" Tradition. Man breitet zur Stärkung etwa nach einer Wanderung oder der Jagd das Essen bei offener Klappe im Kofferraum aus. Für das Bentley-SUV Bentayga gibt es nach Auskunft des Herstellers für satte 24 990 Euro eine passgenaue Picknick-Einheit für den Kofferraum mit Champagner-Halter und französischem Porzellan zu kaufen. Noch teurer wird das entsprechende Extra bei Rolls-Royce.

Manchem Autofahrer genügt womöglich aber ein normaler Picknickkorb, den man aus einer Kühl- und Warmhaltebox bestücken kann, die es zum Beispiel bei VW für 150 Euro gibt. Und Freunde von koffeinhaltigen Heißgetränken macht vielleicht eine Hand-Espressomaschine glücklich, die mit Pads funktioniert, und den Geldbeutel bei einem Preis von 130 Euro ebenfalls nicht überstrapaziert. Nach dem Gebrauch sollte alles wieder sicher verstaut werden, mahnt Thiemel.

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