Freitag, 19. Oktober 2018

Testfahrt im Audi A7 Rüttelfreier Hightechcruiser

Schnittiges Design und ein verblüffendes Hightechinterior: Im neuen Audi A7 will man selbst fahren.

Mit einem Audi ist mir das noch nie passiert: Egal wo ich anhalte - ob im orientalisch besiedelten Wedding, in Berlins schickem Bezirk Mitte oder in Brandenburgs kleinbürgerlicher Provinz - ständig fragt mich jemand, ob er "dieses schöne Auto" mal fotografieren dürfe. Na klar!

Auch ich finde das Design des neuen A7 gelungen: Der Viertürer schindet Eindruck mit der kunstvoll gespannten Coupé-Dachkuppel, der gestreckten Seitenlinie, dem prägnanten Schrägheck sowie den markanten Scheinwerfern und Rücklichtern, die ein wahres Leuchtspektakel inszenieren.

Der Testwagen, ein V6-Turbodiesel, schafft es spielend auf Tempo 250 und bleibt dabei (laut Normwerten!) vergleichsweise sparsam (5,5 Liter). Dank eines Mildhybridsystems (48-Volt-Technik und Akkuspeicher) lässt sich der A7 zwar nicht vollelektrisch fahren, beim Bergabrollen auf lang gestreckten Autobahnteilen schaltet sich der Motor aber komplett ab.

Bei allem Styling bietet die Coupé-Limousine auch Platz. Der Kofferraum fasst ein Volumen von 535 Litern und kann es mit vielen Kombis aufnehmen. Zwei vollgepackte Golftaschen kommen da locker unter.

Audi A7
Technik
286 PS
210 kW aus einem V6-Turbodiesel mit 2967 ccm Hubraum (50 TDI Quattro)
147 g/km CO2-Emission
Dynamik
5,7 Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 km/h
250 km/h Spitzengeschwindigkeit
Preis
ab 66.300 Euro

Anders als beim Brudermodell A8 will man im Hightechcruiser A7 nicht gefahren werden, sondern selbst ans Steuer. Die Luftfederung (1990 Euro extra) lässt das Auto manchmal etwas schwanken, filtert aber jegliches Rütteln raus. "Unbedingt dazu nehmen", raten die Autoenthusiasten von "Top Gear", das Auto "ist am besten auf Luft". Die hecklastig ausgelegte Vierradlenkung macht den A7 handlicher, als er eigentlich ist, sie sorgt auf der Autobahn für stabile Spurwechsel und beim Rangieren für bessere Wendigkeit. Allein der Lenkassistent ist noch nicht perfekt, auf breiten Fahrspuren lässt er das Auto hin- und herschwanken zwischen Mittellinie und Außenrand, in Kurven fährt er zickzack, weil er keinen verlässlichen Radius findet.

Am eindrucksvollsten ist das Cockpit des neuen Audi. Technologischer Minimalismus pur. Schalter und Tasten sind fast komplett Touchscreens und Sensoren gewichen, die jede Eingabe mit einem haptischen Klicken oder leichten Vibrieren bestätigen. Davon kann die Konkurrenz noch einiges lernen. Die gestrengen Testkollegen von "Top Gear" haben einen netten Vergleich gezogen: Der A7 sei eine Luxuslimousine, die daherkomme wie ein gut geschnittener Designeranzug, bei dem der oberste Knopf offen bleibe und die Manschette hochgekrempelt.

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