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30.01.2013
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Oldtimer
Die Odyssee des Millionen-Mercedes

Von Torben Schultz

Heckleuchte eines  Mercedes 500 K  von 1936: So sensibel ist der Fall des Millionen-Mercedes, dass das Auktionshaus RM Auctions keine Bilder zur Verfügung stellen wollte
DPA

Heckleuchte eines Mercedes 500 K von 1936: So sensibel ist der Fall des Millionen-Mercedes, dass das Auktionshaus RM Auctions keine Bilder zur Verfügung stellen wollte

In den Wirren des Zweiten Weltkriegs verschwindet ein Mercedes. Keine lumpige Limousine, sondern ein 500 K Roadster. 66 Jahre später taucht er in den USA wieder auf. Seither streiten zwei Parteien erbittert um den Luxusschlitten - es geht um Millionen und die Möglichkeiten des US-Militärs.

Hamburg - Was für ein Anblick! Blitzendes Chrom, rotglänzender Lack. 160 Pferdestärken und acht Zylinder hat der Mercedes-Benz 500 K Roadster unter der Haube. Ein Traum auf Rädern - vor allem, wenn man sein Alter bedenkt: 78 Lenze ist der Luxusschlitten alt. Und noch immer sieht der Wagen aus wie aus dem Ei gepellt. Derzeitiger Wert: 4,9 Millionen Euro. Doch es gibt ein Problem mit dem Millionen-Mercedes: Er ist nicht fahrbereit.

Nicht etwa, weil der 500 K an Altersschwäche litte. Der Wagen ist in Verwahrung, beschlagnahmt vom Gerichtsvollzieher. In einem Düsseldorfer Autoknast wartet der Millionen-Mercedes darauf, dass er seinem rechtmäßigen Besitzer zugeführt wird.

Und da geht der Ärger los, denn die Situation ist - mit Verlaub - verfahren.

Zurück ins Jahr 1935. Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, kauft Knopf-Fabrikant Hans Friedrich Prym aus Stolberg bei Aachen den wohlgemerkt grün lackierten 500 K für Tausende Reichsmark. Die Pryms haben Geld, sind sie doch die Unternehmerdynastie, die den Druckknopf erfunden und maßgeblich weiterentwickelt hat. Ihre Fabrik gilt den Nazis als kriegswichtig.

Der Wagen taucht wieder auf - in rot

Während der Wirren des Zweiten Weltkriegs versteckt Prym den Wagen laut dem Zeitungsbericht in einer Garage des Familiensitzes "Villa Waldfriede". Nicht die beste Idee, wie sich später herausstellen soll - denn die US-Armee nutzt den Familiensitz der Pryms ab 1944 als Stützpunkt. Dwight D. Eisenhower, US-Befehlshaber und später Präsident, residiert höchstpersönlich in der "Villa Waldfriede". Nach Kriegsende verschwinden nicht nur die US-Soldaten, sondern auch Pryms Mercedes.

Jahrzehnte vergehen, ohne dass es auch nur einen Hinweis auf den Verbleib des Wagens gibt. 2011 taucht der Mercedes plötzlich wieder auf. Natürlich in den USA - und inzwischen rot lackiert.

2011 versteigert das Auktionshaus RM Auctions den Mercedes für 3,8 Millionen Dollar (2,8 Millionen Euro). Auftraggeber ist die US-Unternehmerfamilie Lyon. Der Millionen-Mercedes entstammt der Sammlung des hochdekorierten Generalmajors William Lyon. Michael Prym, Enkel des Erstbesitzers Hans Friedrich Prym, versucht zu diesem Zeitpunkt bereits, die Versteigerung zu verhindern - ohne Erfolg. Käufer ist der Niederländer Frans van Haren.

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