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06.02.2013
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Klassiker-Rennen
Oldtiming

Oldtimer-Rally: So fahren Sie zum Sieg!
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TMN

Bei Oldtimer-Rallys zählt weniger das Tempo: Wer gewinnen will, muss rechnen können und nach Stoppuhr fahren. Denn Timing ist alles.

Dietzenbach/Losheim am See - Noch stehen die meisten Oldtimer warm und trocken in ihren Garagen. Doch einige Fahrer können den Start in die Saison gar nicht mehr erwarten. Seit Wochen brüten sie über Veranstaltungsterminen, die den Kalender in den nächsten Monaten aus allen Nähten platzen lassen. "Wenn man die Fachzeitschriften aufschlägt, finden sich für jedes Wochenende im Sommer mindestens 25 Oldtimer-Rallys, Klassikertreffen, Concours d'Élégance oder Club-Ausfahrten", sagt Maik Hirschfeld, Präsident des Oldtimerverbands Deuvet.

Bei den organisierten Ausfahrten "kommt zur Freude am Fahren noch der gesellige und mitunter auch der sportliche Aspekt", sagt Michael Wiring. Der Mann aus dem hessischen Dietzenbach bereitet Oldtimerbesitzer mit Trainings auf die Teilnahme an solchen Veranstaltungen vor. Denn es gibt Unterschiede: Bei Orientierungsfahrten müssen die Teilnehmer den Weg finden. Bei Aus- oder Sternfahrten können sie sich in dieser Hinsicht zurücklehnen, denn diese Touren sind geführt oder zumindest gut dokumentiert. Und schließlich gibt es noch die klassischen Rallys, bei denen es laut Wiring auf Präzision und Gleichmäßigkeit ankommt.

Auch die Kosten spannen einen weiten Bogen. "Von 50 Euro für eine Orientierungsfahrt des lokalen Motorsportclubs bis hin zu fünfstelligen Beträgen für die Teilnahme an der Mille Miglia samt Oldtimer und Betreuung aus dem Werksmuseum eines Herstellers ist alles drin", gibt der Experte einen Überblick.

Wer sich bei einer echten Rally anmeldet, muss mit oft mehreren Dutzend sogenannter Wertungsprüfungen rechnen. Dabei geht es zwar nicht um hohe Geschwindigkeit, dafür aber um einen geschickten Umgang mit dem Tempo. So muss eine vorgegebene Strecke wahlweise in einer exakt definierten Zeit oder mit einem präzise definierten Durchschnittstempo gefahren werden. "Das können mal ein paar hundert Meter mit 12,4 km/h und mal ein paar Dutzend Kilometer mit 55 km/h sein - da entwickeln die Veranstalter viel Fantasie", sagt Wiring.

Wer lernen will, bucht ein Rally-Training

Will man bei solchen Wertungen punkten, "dann geht es um jeden Zentimeter und jede Zehntelsekunde", erläutert Hans Werner Wirth aus Fürth, der jedes Jahr bei vielen Rallys antritt und oft auf dem Treppchen steht. Ein Gefühl für Lichtschranken und Stoppuhr entwickelt man nach Einschätzung des erfahrenen Fahrers durch Routine: "Das erste Dutzend Rallys dient nur zum warm werden, erst dann kann man sich langsam Hoffnungen aufs Treppchen machen."

Wer den Lernprozess beschleunigen will, bucht für Preise ab 200 Euro ein Rally-Training. "Dort lernt man nicht nur Roadbooks und Wertungsprüfungen, sondern auch seinen Beifahrer richtig kennen", sagt Wiring, der selbst solche Schulungen anbietet. Denn wer gemeinsam Spaß im Oldtimer habe, sei noch lange kein richtiges Team.

Eine gewisse Vorbereitung ist bei jeder Rally ratsam. Das gilt selbst für Profis wie PS-Legende Rauno Aaltonen: "Bevor ich zu einer Oldtimer-Rally starte, mache ich mich mit dem Wagen vertraut und kalibriere als erstes den Tacho", verrät der Sieger der Rally Monte Carlo 1967. Schon eine geringe Abweichung könne über Sieg oder Niederlage entscheiden.

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