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15.01.2013
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Motorshow Detroit
Protz und Pferdestärken

Motorshow Detroit: Die Sause der Spritfresser
Fotos
AFP

Elektroautos, Hybridfahrzeuge, Kleinwagen - auf der Motorshow in Detroit spielen die "Vernuftwagen" diesmal keine große Rolle. Die Autohersteller befeuern vor allem die Lust auf Großes und Schnelles - mit ein paar Ausnahmen.

Detroit - Acht Zylinder, 6,2 Liter Hubraum und 331 kW/450 PS - vernünftig ist ein Auto wie die neue Chevrolet Corvette nicht gerade. Doch sie sorgt bei den Messegästen für faszinierte Blicke. Noch Stunden nach der Enthüllung des Sportwagens auf der North American International Auto Show in Detroit (NAIAS, Publikumstage: 19. bis 27. Januar) ist das feuerrote Coupé, das im Herbst nach Deutschland kommt, von einer Menschentraube umlagert. Das ist bezeichnend, denn wirtschaftliche Autos spielen auf der ersten großen Automesse des Jahres diesmal nur eine Nebenrolle. Egal ob Heimspieler oder Importeur: Wer dort punkten will, versucht es mit Luxus und Leistung.

Auch Aussteller aus Deutschland ticken in Motowns Cobo Center dieses Mal so: Audi rückt eine 412 kW/560 PS starke RS-Version des A7 sowie den sportlichen Geländewagen SQ5 mit 260 kW/354 PS ins Rampenlicht. BMW zeigt zum ersten Mal vor großem Publikum das 6er Gran Coupé in der M-Version mit 412 kW/560 PS. Ebenfalls dabei: der neue 4er, der eigentlich ein Coupé-Ableger des neuen 3ers ist und im Sommer auf den Markt kommt. Und bei Porsche dreht sich alles um den Cayman sowie den 404 kW/550 PS starken Cayenne Turbo S.

Mercedes übt sich mit der E-Klasse, die nach einer umfangreichen Überarbeitung in die zweite Halbzeit startet, im Protzen: Neben Limousine, Kombi, Coupé und Cabrio steht in Detroit eine AMG-Version mit 430 kW/585 PS als die "stärkste E-Klasse aller Zeiten" im Rampenlicht. Bei den Großserienmodellen erwähnt Daimler-Chef Dieter Zetsche aber schon die genügsameren neuen Motoren. Außerdem nehme die E-Klasse zahlreiche Sicherheits- und Assistenzsysteme aus der kommenden S-Klasse vorweg.

Premiere für den Mercedes CLA

Dass die Schwaben eine Nummer kleiner können, haben sie im Rahmenprogramm der Messe demonstriert. Bei einem Empfang enthüllten sie den neuen CLA - ein Auto mit coupéhaften Linien, das nach Angaben eines Sprechers im April als günstigste Mercedes-Limousine mit einem Grundpreis von 28 977 Euro in den Handel kommen soll. Doch so ganz ohne Luxus und Leistung geht es auch dabei nicht. Denn der CLA kostet 5000 Euro mehr als eine A-Klasse, und es wird ihn auch mit dem AMG-Kürzel geben. So getunt wird der CLA 257 kW/350 PS leisten und wohl noch einmal doppelt so teuer werden.

Zumindest was die Fahrzeugabmessungen betrifft, trumpft auch Volkswagen in Detroit groß auf: Die dort gezeigte Studie CrossBlue übertrifft sogar den Touareg mit 4,99 Metern Länge um ganze 20 Zentimeter. Ansonsten aber ist das Auto eher eine vergleichsweise brave Familienkutsche - zumindest in den Augen der Amerikaner. Denn für US-Verhältnisse ist der Geländewagen immer noch recht klein und verspricht zudem praktisch zu sein: Im Innenraum ist Platz für drei Sitzreihen und bis zu sieben Passagiere oder knapp 2000 Liter Gepäck, erläutert Entwicklungschef Ulrich Hackenberg. Als großer "People Mover" könnte die Studie binnen zwei, drei Jahren in Serie gehen.

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