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22.12.2012
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40 Jahre Renault R5
Französischer Charmeur

Kleinwagen mit Charme: 40 Jahre Renault R5
Fotos
TMN

In den 70ern war er einsamer Kleinwagen unter großen Benzinkutschen und wurde vielleicht deshalb ein großer Erfolg: Mit dem R5 schlug Renault ein neues Kapitel in der Autogeschichte auf. Unzählige Male wurde der französische Charmeur gebaut, doch heute macht er sich rar.

Paris/Brühl - Das Motto der Französischen Revolution lautete Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Menschen wie Markus Goris verbinden damit aber eher Schlagworte wie Charme, Esprit und Variabilität. Denn der Renault-Sammler aus Rheinbach gibt wenig auf politische Umbrüche im ausgehenden 18. Jahrhundert. Er redet von der Revolution des Kleinwagens, die vor genau 40 Jahren ebenfalls in Frankreich begann: 1972 lief bei Renault der erste R5 vom Band.

Außen klein, innen groß, chic und charmant, preiswert zu kaufen und billig zu reparieren, nimmt er die Herzen der Großstädter im Sturm. Fast über Nacht wird der von den Werbern erst zum "Supercar" und später zum "kleinen Freund" gestempelte Zweitürer zu einem der erfolgreichsten Autos in Frankreich und läutet eine neue Kleinwagen-Ära ein, die in Deutschland noch lange auf sich warten lässt. Schließlich knattert dort noch immer der Käfer.

Der Erfolg ist dem kleinen Franzosen buchstäblich in die Wiege gelegt. Denn zum ersten Mal wird ein Auto nicht allein von Ingenieuren entwickelt, zitiert Renault-Sprecher Thomas May-Englert aus den Archiven. Projektleiter Bernard Hanon, der sein Handwerk als Marketing-Professor in New York gelernt hat, fragt die künftigen Kunden während der Entwicklung, was sie von ihrem Auto erwarten. Vor allem unkonventionell soll es sein, sagen diese.

Genug für eine Studentenbude

Auch bei der Konstruktion betreten die Franzosen laut May-Englert Neuland. Einen kleinen Motor, vorn montiert für den Frontantrieb, kennt man bei Kleinwagen schon seit dem Mini und dem R5-Vorgänger R4. Aber die Kunststoffstoßfänger zum Beispiel sind eine kleine Revolution. Sie sind widerstandsfähiger und billiger als die damals gängigen Blechplanken. Und auch die senkrechten Rückleuchten sind mehr als ein Styling-Gag: Sie machen Platz für eine breite, tief ausgeschnittene Heckklappe, die das Laden erleichtert. Bei nur 3,51 Metern Länge bietet der R5 nicht nur vier großzügig bemessene Plätze mit jeweils einem Aschenbecher. Mit umgeklappter Rückbank schluckt der Wagen auch 900 Liter Gepäck - genug, um eine Studentenbude zu räumen.

Bei der Entwicklung orientiert sich Renault an einer breiten Käuferschicht. Denn Vorstandschef Pierre Dreyfus verlangt ein Auto, das junge Menschen ebenso wie kleine Familien, Zweitwagenbesitzer und vor allem Frauen anspricht. Deshalb soll der Wagen klein genug sein, um flott durch den Großstadtverkehr zu wuseln und variabel genug für Großeinkauf, Wochenendtrip und Urlaubsreise. Und moderner und jugendlicher als der R4 soll er natürlich auch noch aussehen.

Deshalb darf mit Michel Boué der jüngste Designer im Team ran. Er legt einen Entwurf vor, der auf Anhieb begeistert. "Der R5 war das erste Auto mit einem nahezu menschlichen Antlitz", sagt Sammler Goris mit Blick auf die Kulleraugen und den grinsenden Kühlergrill. Der R5 ist ein Charmeur, den man am liebsten knuddeln möchte. Kein Wunder, dass Renault mit der Produktion kaum nachkommt.

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