Montag, 20. November 2017

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Carsharing im Test Die Flotten machen mobil

Carsharing-Test: So schneiden die neun wichtigsten Anbieter ab
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Wer selten ein Auto braucht, ist mit Carsharing mobil und spart viel Geld. Die Stiftung Warentest hat neun Anbieter getestet und auch den Vergleich angestellt, wie teuer das Teilen im Vergleich zum eigenen Fahrzeug kommt. Hier sind die Ergebnisse.

Hamburg - Carsharing ist eine prima Idee und funktioniert auch in der Praxis. So lautet das Fazit der Stiftung Warentest nach der Überprüfung von neun Carsharing-Firmen. Fünf von ihnen fuhren im Test mit guten Urteilen voran, die vier übrigen schnitten befriedigend ab. Zu den Guten gehören Greenwheels, Flinkster und Stadtmobil, die ihre Autoflotten an festen Stationen bereitstellen, zu denen der Nutzer sein Auto am Ende der Mietzeit zurückbringt. Ebenfalls gut funktionierten im Test die innovativen Autoteil-Modelle der Firmen Quicar und Car2go.

Die Smarts von Car2go stehen - ebenso wie die Autos des Konkurrenten DriveNow - nicht an festen Stationen. Der Kunde kann sie einfach dort abstellen, wo seine Fahrt endet. Der nächste Interessent findet sie dank GPS- und Mobilfunktechnik via Smartphone-App. Reservieren lassen sich diese Autos allerdings nur 15 Minuten im Voraus. Bei den Fahrzeugen der meisten anderen Anbieter sind auch Buchungen Wochen oder Monate im Voraus möglich. Zum vereinbarten Zeitpunkt stehen die Autos dann an der gewünschten Mietstation.

Die Verfügbarkeit der Autos bewerteten die Tester mit gut oder sogar sehr gut. Bei Buchungsanfragen eine Woche vorher mussten sie aber manchmal Kompromisse bei der Abholstation oder beim Fahrzeugtyp machen. Vorteil des Carsharings gegenüber einem Privatwagen ist die Vielfalt der Autos. Nutzer haben die Chance, für jeden Zweck das optimale Fortbewegungsmittel zu mieten. Zum Beispiel kleine Flitzer, geräumige Kombis oder sogar 9-Sitzer. Vor allem die Firmen Cambio Carsharing, Drive Carsharing, Flinkster, Stadtmobil, Teilauto und Quicar bieten eine beachtliche Palette. Insgesamt 45 Autos aller Anbieter ließen die Tester von technischen Sachverständigen überprüfen. Positiv: Sicherheitsrelevante Mängel wies keines auf.

Die Tester stießen bei ihrer Untersuchung allerdings auch auf Kritikpunkte. So werteten sie das Urteil der Firma DriveNow wegen mehrfacher technischer Probleme beim Öffnen oder Schließen ab. Mängel zeigten sich auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) einzelner Anbieter.

Die Stiftung Warentest hat errechnet, dass sich mit Carsharing viel Geld sparen lässt. Viele Anbieter verlangen keinen oder nur einen geringen Monatsbeitrag, die Aufnahmebeiträge sind oft niedrig. Abgerechnet werden die gebuchten Zeiten und die gefahrenen Kilometer. Möglich sind auch Kurzzeitmieten von zum Beispiel einer Stunde. Wer nur wenige tausend Kilometer im Jahr mit dem Auto unterwegs ist, kann durch den Umstieg vom Privatwagen auf Carsharing mehrere hundert oder sogar mehr als tausend Euro pro Jahr sparen.

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