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23.07.2012
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Oldtimer
Rollende Renditebringer

Von Martin Hintze

Oldtimer als Geldanlage: Die zehn renditeträchtigsten Modelle
Fotos
DPA

Von wegen Liebhaberstücke - Oldtimer sind ein gefragtes Investment, gerade in Krisenzeiten. Allein in Deutschland werden jedes Jahr Milliarden in altes Blech angelegt. Worauf Käufer achten müssen.

Hamburg - Ende Juni in Goodwood, Südengland. Im großen Festival-Zelt drängen sich die Gäste vorbei an auf Hochglanz polierten Boliden aus Stahl. Ingenieurskunst früherer Jahrzehnte, teilweise aus der Vorkriegszeit. Alle Augen sind auf das Podium gerichtet, wo eine der exklusivsten Automobilversteigerungen der Welt gerade ihren Höhepunkt erreicht.

Beim traditionsreichen Goodwood Festival of Speed steht das Objekt 204 zum Verkauf: der knallrote Bentley Blower No. 1. Ein Rennwagen mit großer Geschichte, entworfen von Sir Henry "Tim" Birkin, Mitglied der legendären "Bentley Boys" und einer der berühmtesten britischen Rennfahrer. Für den über vier Meter langen Flitzer - der mit seinem 4,5 Liter Motor plus Kompressor 1931 den Geschwindigkeitsrekord von 220,03 km/h aufstellte - liegt das Ausgangsgebot bei zwei Millionen Pfund.

Schnell treiben sich die Bieter gegenseitig nach oben, teilweise in aggressiven 500.000-Pfund-Schritten, die klar machen sollen: Ich will dieses Unikat, egal zu welchem Preis. Bei 5 Millionen Pfund, umgerechnet 6,4 Millionen Euro, fällt der Hammer. Die Menge staunt und flüstert. Denn so viel Geld, wie der anonyme Käufer am Telefon geboten hat, wurde noch nie für ein britisches Auto auf einer Auktion gezahlt.

Nur wenig später wechselt ein 100 Jahre alter Rolls-Royce für 4,7 Millionen Pfund den Besitzer und ein Alfa Romeo aus dem Jahr 1932 kommt für 2,6 Millionen Pfund unter den Hammer. Die Begeisterung für historische Wagen - und damit auch die Zahlungsbereitschaft - scheint an diesem Tag keinen Grenzen zu kennen.

Der teuerste Oldtimer der Welt

Die Auktion beim Goodwood Festival of Speed ist ein Pflichttermin im Kalender der Oldtimernarren. Und der nächste Höhepunkt ist bereits in Sicht: der "Pebble Beach Concours d'Elegance" Mitte August in Kalifornien. Im vergangenen Jahr wurde dort ein Ferrari 250 Testa Rossa für 16,4 Millionen Dollar (12,8 Millionen Euro) versteigert. Damit gilt der Rennwagen von 1957 als teuerster Oldtimer der Welt. Nicht ausgeschlossen, dass in diesem Jahr der Rekord noch übertroffen wird.

Denn unter die Liebhaber und Sammler mischen sich immer häufiger auch Investoren, die in den historischen Wagen ganz emotionslos eine krisensichere Geldanlage sehen. "Wir registrieren zunehmend ein internationales und sehr zahlungskräftiges Publikum", sagt Marius Brune, Leiter der Marktbeobachtung beim Oldtimer-Datendienst Classic Data. Vermögende aus Asien, Russland, den Golfstaaten, aber auch aus Lateinamerika drängen auf den Markt. "Die spielen ganz oben mit", so Brune.

Auf der Suche nach einem sicheren Hafen sind die Reiche aus aller Welt längst auch auf historische Fahrzeuge gestoßen. Allein in Deutschland stieg die Zahl der Oldtimer-Kennzeichen im vergangenen Jahr um rund 11 Prozent. 259.000 Fahrzeuge tragen das "H" auf der Stoßstange. Dabei sind die über 30 jährigen Autos, die mit normalem Kennzeichen angemeldet sind oder ohne Anmeldung in Garagen gehortet werden, noch gar nicht mitgezählt.

5,5 Milliarden Euro investieren die Deutschen pro Jahr in historische Fahrzeuge, schätzt der Bundesverband für Clubs klassischer Fahrzeuge. Auf Europas Straßen rollen mehr als zwei Millionen Klassiker. Auch hier ist die Tendenz steigend.

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