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30.05.2011
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BMW 328 Hommage
Ein Klassiker in modernem Design

Von Tom Grünweg

BMW 328 Hommage: Klassiker in neuer Schale
Fotos

Eine Ikone wird 75. Der BMW 328 galt nicht nur als einer der erfolgreichsten Sportwagen, sondern auch als technologischer Vorreiter seiner Zeit. Zum Jubiläum präsentieren die Designer nun eine neue Interpretation des Modells - als Hommage an die Erfinder.

Hamburg - Der BMW 328 gehört zu den Ikonen der Marke BMW, zu den Sportwagen-Urgesteinen überhaupt. Außerdem wirkt sein Leichtbaukonzept heute wieder besonders aktuell. Da kommt der 75. Geburtstag des legendären Zweisitzers gerade recht, um darauf aufmerksam zu machen, dass BMW angeblich ja schon immer auf der sportlichen und effizienten Spur unterwegs war: Zum Jubiläum stellte das Team von Designchef Adrian van Hooydonk jetzt einen Roadster auf die Räder, der eine Neuinterpretation des BMW 328 sein soll. Die ersten Meter fuhr die Studie beim Oldtimer-Schönheitswettbewerb Concorso d'Eleganza in der Villa d'Este am Comer See, dessen Patronat die Münchener Autobauer seit einigen Jahren innehaben.

"Mit diesem Auto möchten wir uns vor der Leidenschaft und dem Erfindergeist der Väter des BMW 328 verbeugen", sagt Karl Baumer, der Leiter der BMW-Klassikabteilung. "Sie haben ein Auto geschaffen, das als Meilenstein in der Geschichte gilt." Die automobile Hommage übertrage die Prinzipien und den Charakter des 328 in die Jetztzeit und zeige, wie die damaligen Konstrukteure Fritz Fiedler und Rudolf Schleicher den Sportwagen mit den aktuellen technischen Möglichkeiten womöglich gebaut hätten.

Was das Publikum an der Villa d'Este zu sehen bekam, ist kein Retroauto und trotzdem auf Anhieb als Erbe des BMW 328 zu erkennen. Die markentypischen, nierenförmigen Öffnungen des Kühlergrills stehen höher und aufrechter als bei den aktuellen weiß-blauen Sportwagen, über den langen Vorbau laufen zwei Lederbänder, als müssten sie wie früher die Motorhaube sichern, statt der winzigen Türen des Originals gibt es lediglich tiefe Ausschnitte, ein breiter Schweller erinnert an die Trittleiste zwischen den frei stehenden Kotflügeln, und auf dem Heck prangen zwei stromlinienförmige Höcker.

Auch im Interieur erinnert der Roadster an sein Vorbild. Obwohl das Auto eher ein sportlicher Cruiser als ein Rennwagen sein soll, verfügen die patinierten Ledersitze über Hosenträgergurte. Es gibt den sogenannten Knochen zwischen den Sitzen, mit dem man bei einem Rennauto im Notfall sofort die komplette Technik stilllegen kann. Zudem hat van Hooydonk die Tripmaster genannten Stoppuhren, mit denen die "Mille Miglia"-Co-Piloten Zeiten stoppen und Sonderprüfungen absolvieren, in die Studie übertragen. Allerdings bedienten sich die Designer hier eines hippen Lifestyle-Accessoires. Zwei iPhones in einem Metallrahmen dienen als Zeitmesser, elektronisches Roadbook und Navigationssystem.

Stete Weiterentwicklung des Leichtbaus

Nicht nur optisch schlägt die Studie eine Brücke in die Vergangenheit. Auch das technische Konzept ist ähnlich. "Der BMW 328 stand vor 75 Jahren für Sportlichkeit und Agilität durch Leichtbau", sagt van Hooydonk. Immerhin erreichte das Auto trotz vergleichsweise mageren 80 PS in der Serienversion beachtliche 150 Stundenkilometer. Und der Siegerwagen der Mille Miglia von 1940, das Touring Coupé, erreichte mit einer Leistung von etwa 120 PS eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 166 Stundenkilometer.

"Das 328 Hommage Car ehrt diese Vergangenheit und zeigt, wie BMW Leichtbau weiterentwickeln wird", sagt der Designer. Waren es damals vor allem Aluminium und Magnesium, die das Gewicht des 328 auf weniger als 900 Kilogramm drückten, setzen die Bayern heute vor allem auf Karbon. Aus dem Verbundstoff besteht die Struktur des Wagens, große Teile des Innenraums und - nur von einer dünnen Schicht Klarlack geschützt - die Karosserie des Roadsters. "Die Studie kommt auf ein Gewicht von etwa 1300 Kilogramm", sagt BMW-Sprecher Manfred Grunert. Unter einem leichten Auto, vor allem, wenn es sich um eine Studie handelt, stellt man sich etwas anderes vor. Trotzdem zum Vergleich: Ein ähnlich großer BMW Z4 bringt etwa sechs Zentner mehr auf die Waage.

Derartige Unikate als Nachfolger großer Vorbilder haben bei BMW mittlerweile Tradition: 2006 legten die Bayern eine Neuinterpretation des bei der "Mille Miglia" siegreichen Touring Coupés auf; vor drei Jahren erinnerte die Studie M1 Hommage an das 30-jährige Jubiläum des Wagens, und nun also erhält der 328 ein rollendes Denkmal. Ebenso Tradition ist es, dass diese Schaustücke Unikate bleiben. Selbst wenn die 328-Hommage auf einem aktuellen BMW Z4 aufbaut - dieses Auto wird kein zweites Mal gebaut.

Fotostrecke: BMW 328 Hommage

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