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16.11.2009
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Wasserstoff-Mazdas
Röchelnde Hoffnungsträger

Aus Oslo berichtet Tom Grünweg

2. Teil: Im Wasserstoffbetrieb röchelt der Motor auffällig

So sehr Olsen die Alltagstauglichkeit seines Zukunftsautos auch lobt - an Bord des Prototypen muss man durchaus ein paar zu verkraftende Abstriche hinnehmen. Die Leistung des Wankelmotors sinkt von serienmäßig 192 auf 109 PS im Wasserstoffbetrieb. Außerdem klingt der sonst so sonore RX8 mit dem sauberen Kraftstoff ziemlich rachitisch. Und der 105 Liter Wasserstoff fassende Hochdrucktank ist so groß, dass kaum noch Platz im Kofferraum bleibt.

Vorreiter: Der RX8 verbrennt den Wasserstoff, statt ihn zur Stromerzeugung zu nutzen

Vorreiter: Der RX8 verbrennt den Wasserstoff, statt ihn zur Stromerzeugung zu nutzen

In Europa sind die beiden weißen Autos aus Oslo die einzigen Wasserstofffahrzeuge von Mazda. In Japan jedoch hat das Unternehmen vor wenigen Tagen eine Testflotte lanciert, die noch einen Schritt weiter geht. Im Mazda 5 etwa wird der Wasserstoff-Wankel mit einem Elektromotor samt Lithium-Ionen-Akku kombiniert - so dass ein serielles Hybridfahrzeug entsteht. Das bedeutet: Der Verbrenner hat mit dem Vortrieb nichts zu tun. "Den Antrieb übernimmt stets der Elektromotor", sagt Projektleiter Kashiwagi, "der Wankelmotor hingegen erzeugt den zum Fahren nötigen Strom".

Ein Auto voller Hightech-Komponenten

Das Fahrgefühl im Mazda 5 mit diese Technik ist dem eines reinen Elektroautos sehr ähnlich. Der Wagen startet flüsterleise und mit dem typisch hohen Drehmoment eines Elektroautos. Erst nach ein paar Kilometern oder einem beherzten Tritt aufs Gaspedal schaltet sich mit einem ähnlich ungewöhnlichen Geräusch wie im RX8 der Wasserstoff-Verbrenner zu und treibt den Generator an. Mit den 105 Litern Wasserstoff im Tank schafft das Auto rund 200 elektrisch gefahrene Kilometer. Und weil zudem 25 Liter konventioneller Sprit an Bord sind, liegt die Gesamtreichweite bei circa 600 Kilometern.

"Das Auto eröffnet uns ein Blick auf die Zukunftstechnologien", sagt Mazda-Forschungschef Seita Kanai. Auf dieser Basis könne man mit größeren Akkus auch ein Plug-In-Hybridfahrzeug oder ein Elektroauto darstellen. Oder man tauscht den Wankelmotor gegen eine Brennstoffzelle. "So sind wir offen für alle Möglichkeiten." Die Offenheit kann Mazda vielleicht bald brauchen. Denn mit der direkten Verbrennung von Wasserstoff ist die Marke mittlerweile allein auf weiter Flur. Selbst der bislang eifrigste Mitstreiter BMW drosselte das Engagement merklich. Kein Wunder: Seit dem Generationswechsel des BMW 7ers wirkt der Wasserstoffwagen Hydrogen 7 auf Basis des alten BMW 7ers buchstäblich veraltet. Von einer Neuauflage des Modells ist jedenfalls keine Rede.

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