Montag, 17. Dezember 2018

Autostadt Wolfsburg Bugatti, unendlich

Es ist eine Inszenierung des automobilen Narzissmus: Im Mittelpunkt des neuen "Premium Clubhouse" in der Autostadt Wolfsburg steht ein komplett verspiegelter Bugatti Veyron 16.4 zwischen Spiegelwänden. Eine Einladung zum Perspektivenwechsel.

Wolfsburg - Mit einem neuen "Premium Clubhouse" in der Autostadt Wolfsburg setzt Volkswagen das Luxussegment des Konzerns in Szene. Im Zentrum des elliptischen Innenraums, den der britische Architekt Stephen Williams entworfen hat, steht ein komplett verspiegelter Bugatti Veyron - eine Arbeit des Künstlers Olaf Nicolai. Auch Anselm Reyle und Peter Zimmermann schufen Installationen für den neuen Pavillon.

Das Gebäude soll zu einem Perspektivenwechsel einladen: Durch eine geschwungene Wegeführung akzentuierte Stephen Williams den elliptischen Grundriss des Raumes. Für die Installation "Après vous" wurde ein Bugatti Veyron 16.4 verspiegelt und in einen ebenfalls verspiegelten Raum gestellt - so verliert sich das eine Million Euro teure Edelmobil im Unendlichen.

Die optische Erweiterung des Raumes wird durch Anselm Reyles Lichtobjekt "Untitled" unterstützt. In seinen Materialbildern, Skulpturen und Rauminstallationen verfremdet Reyle die Bildsprache der Moderne. Licht und Farbe geformter Leuchtstoffröhren, wie sie sonst für Leuchtreklamen verwendet werden, beziehen sich in "Untitled" auf Prinzipien, wie sie aus der Malerei der Moderne bekannt sind. Aus der Komposition vieler Teilelemente entstand eine frei im Raum schwebende "Zeichnung".

Lederparkett und Kupfertische

Dem setzt Peter Zimmermann sein textiles Wandobjekt "Untitled" entgegen. Zimmermanns Bildobjekte entstehen, indem er digitalisiertes Bildmaterial am Computer bearbeitet; die neuen digitalen Bilder setzt er dann wieder in haptische Objekte um. Unter Verwendung von Motiven der Lichtinstallation Reyles erarbeitete Peter Zimmermann eine digitale Bildvorlage, die er in Stoff übertragen ließ.

Oberhalb der Ausstellung lässt Architekt Stephen Williams eine nahezu frei schwebende Lounge in den Raum hineinragen. Dort dämpft edles Lederparkett die Schritte und leitet zu von Chesterfield-Sitzmöbeln inspirierten Sesseln und Couchs. Kupferne Tische und Leuchten des französischen Silberschmieds Serge Mouille aus den 1950er Jahren runden das Bild ab.

Im Turnus von drei Monaten stehen jeweils zwei Metropolen im Themenfokus des Salons. Zur Premiere sind das Wien und Mailand. Ein "Scoutierge" informiert über Kunst und Architektur, Hotels und Gastronomie der jeweiligen Städte und gibt den Besuchern aktuelle Tipps. Zudem werden Produkte aus den Bereichen Manufaktur, Essen und Accessoire präsentiert, wobei Traditionsfirmen ebenso vorgestellt werden wie neue Produkte.

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