Montag, 21. August 2017

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Mercedes-Coupéstudie Rauchglastisch und Humidor

Ein Rauchglastisch mit Humidor und Sektkühler, dunkles Sattelleder, Hochflorteppich und Nussbaumholz - die neue Mercedes-Coupéstudie "Concept Fascination", die beim Pariser Autosalon debütieren soll, lässt sich von britischem Pferdesport-Luxus inspirieren.

Stuttgart - Concept Fascination ist einerseits ein merkwürdiger Name für ein Auto und andererseits nicht gerade eine zurückhaltende Formulierung. Aber so nennt Mercedes seine neue Fahrzeugstudie, die auf dem Autosalon in Paris (4. bis 19. Oktober) debütieren wird. Der Wagen solle beweisen, dass Mercedes-Benz "die begehrenswertesten Coupés" der Welt baut, teilen die Schwaben mit.

Das Konzeptauto soll also ein Coupé sein, und damit wird der Begriff einmal mehr ausgedehnt. Aber da bereits Viertürer mit flacher Dachsilhouette als Coupés angepriesen werden - warum nicht auch Zweitürer mit Kombi-Heck? In Fachkreisen sind solche Karosserievarianten auch als so genannte Shooting Brakes bekannt. Audi etwa reklamiert diese Kategorie auch für den Kompaktwagen A3 Sportback.

Im Grunde ist es egal, wie man das Auto nennt. Die Mercedes-Studie ist ein Kombi für Zwei-Personen-Haushalte, oder eben ein Coupé mit angebautem Ladeabteil. Dort, im Gepäckraum, hat das Design-Team um den neuen Chef Gorden Wagener allerlei Finessen eingebaut.

Sattelleder für den Pferdefreund

Der hölzerne, etwa einen Quadratmeter große Ladeboden, lässt sich links und rechts öffnen. In den Seitenfächern sind zwei Ferngläser sowie eine Digitalkamera inklusive Wechselobjektiven untergebracht. In der Mitte des Laderaums wiederum ist ein Tisch aus Rauchglas platziert, der auf Knopfdruck nach oben fährt und so einen Humidor freigibt. Wird der Glastisch dann auch noch nach hinten bewegt, gibt er ein Kühlfach frei, in dem nicht nur Getränke, sondern auch Sektkelche wohltemperiert transportiert werden können.

Die nötigsten Picknick-Accessoires also hat der Wagen bereits an Bord. Man könne, so phantasieren die Mercedes-Texter, mit diesem Auto beispielsweise in kultivierter Art und Weise an einer Pferderennbahn dem gesellschaftlichen Treiben beiwohnen. An den Pferdesport soll auch der Materialmix im Innenraum erinnern, wo sich unter anderem dunkles Sattelleder, Zierleisten aus amerikanischem Nussbaumholz, helles Nubukleder und hochfloriger Teppich finden.

Der Wagen wird, auch wenn er bis zur Serienreife entwickelt wird, natürlich nur ein Nischenmodell im Mercedes-Portfolio sein. Große Bedeutung wird dagegen der neue Dieselmotor erhalten, den Mercedes unter die Haube der Studie eingepflanzt hat. Das 2,2-Liter-Vierzylinder-Aggregat leistet 204 PS und ist mit der Harnstoff-Abgasnachbehandlung Ad Blue ausgestattet. Die Maschine wird demnächst in der C-Klasse - im Typ C 250 CDI - angeboten, andere Modelle werden folgen.

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