Mittwoch, 21. November 2018

Volvo Amazon Alter Schwede

Unverwüstlich ist nicht nur die Karosserie aus "Schwedenstahl", sondern auch das Image: Der Volvo Amazon kam vor 50 Jahren auf den Markt. Das Modell feierte weltweit Erfolge und machte die Schweden damit international bekannt. Noch heute fährt der Wagen über unsere Straßen.

Göteborg - Ein gutes Image kann nicht schaden - das gilt auch für Automarken. Doch während manche sich über Jahrzehnten einen ordentlichen Ruf erarbeitet haben, scheitern andere in dieser Hinsicht regelmäßig.

Im hohen Norden gibt es eine Marke, die seit vielen Jahren von dem Ruf zehren kann, ihre Autos seien aus ziemlich stabilem "Schwedenstahl" und außerdem noch recht sicher gebaut. Ihren Ursprung hat diese Meinung über Volvo in einem Modell, das vor 50 Jahren erschien und unter der Bezeichnung Amazon berühmt wurde.

Als der neue Volvo im August 1956 erstmals gezeigt wurde, konnte niemand ahnen, dass hier der Startschuss für eine Weltkarriere als Autohersteller fallen sollte. Denn in Sachen Großserienherstellung war die Marke noch ziemlich neu dabei. Angefangen hatte die Volvo-Geschichte allerdings schon eine ganze Weile früher: Es waren Assar Gabrielson und Gustaf Larsson die als Mitarbeiter der Svenska Kugellagerfabriken auf die Idee kamen, man könne doch auch mal Autos bauen. Das wurde im April 1927 in die Tat umgesetzt, als mit einem Modell namens ÖV4 das erste Fahrzeug fertig war.

Straff und stabil

Nur bedeutete dieser Erstling nicht, dass die Autos mit dem aus dem Lateinischen stammenden Namen Volvo (zu Deutsch: Ich rolle) umgehend die Welt eroberten. Vielmehr wurden die Modelle zunächst in eher homöopathischen Dosen abgesetzt. So richtig in Schwung kam die Sache erst in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre, als man den PV 444 zu den Händlern brachte. Dessen Typbezeichnung sagt heute nur noch Eingeweihten etwas, denn bekannt wurde er eher als Buckelvolvo. Mehr als 400.000 Exemplare sollten davon gebaut werden. Doch auch das war im Grunde nur der Anfang.

Wohl ermutigt vom Erfolg des buckeligen Vorgängers schmiedete man für den neuen Volvo größere Pläne. Nach eher dörflich anmutenden Premieren in Schweden wurde das Amazon getaufte Auto laut der in Mainz erscheinenden Zeitschrift "Oldtimer Markt" schon im Oktober 1956 international präsentiert - auf einer Autoshow in London.

Wo auch immer der Wagen auftauchte, bekam vor allem seine Form reichlich Anerkennung. Das Team um den Designer Jan Wilsgard hatte es geschafft, bekannte Stilelemente internationaler Erfolgsmodelle zu etwas ganz Eigenem zu verbinden, das schlicht als gelungen bezeichnet werden konnte. Trug der Buckelvolvo noch abgesetzte Kotflügel, die ein wenig an Vorkriegsmodelle erinnerten, so bekam der Amazon eine zeitgemäße Karosserie im sogenannten Ponton-Stil.

Alles an dem Auto wirkte straff und stabil. Auch eine gewisse sportliche Note war nicht zu verkennen. Am Heck zitierten Anklänge von Heckflossen auf zurückhaltende Weise die amerikanische Automode jener Zeit. Vorne ließ der Chromglanz des geteilten Kühlergrills die Front mit den schlichten Rundscheinwerfern markant wirken.

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