Aus Genf berichtet Tom Grünweg
Kaum weniger exotisch als der große Gleiter ist der nebenan geparkte La Yoya, der rund 150.000 Dollar kostet. "Das ist mittlerweile die fünfte Evolutionsstufe", sagt Haller und klopft anerkennend auf die Karosserie aus mit Kohlefaser verstärktem Kunststoff, die sich über einen Rahmen aus poliertem Edelstahl spannt. Vorn öffnen sich die Hauben, verbergen allerdings nur ein wenig Stauraum und Servicefläche.
Denn der Motor des Coupés steckt direkt an der Hinterachse zwischen den Sitzen und dem kleinen Kofferraum. Er stammt aus dem geplatzten Joint-Venture von Chrysler, Hyundai und Mitsubishi, hat sechs Zylinder und 2,7 Liter Hubraum und steht mit gerade einmal 170 PS im Datenblatt. Für schnelle Sprints ist das ein bisschen wenig. "Doch in diesem Auto will man reisen, nicht rasen", kommentiert Haller die vergleichsweise mageren Leistungsdaten. Außerdem gilt in Malaysia schließlich ein Tempolimit von 110 km/h.
Zwar bauen die Malaien in einem guten Jahr zwischen 50 und 60 Autos, sagt Haller. Doch nach Europa haben sie es bislang allenfalls auf Umwegen geschafft. "Es gibt zwischen Moskau und Madrid höchstens ein halbes Dutzend Autos", zählt der General-Manager durch und hofft demnächst auf eine Belebung des Geschäfts: "Denn auch hier gibt es sicher mehr als genug Autofans, die sonst schon alle exotischen Sportwagen in der Garage haben."
Das allein ist allerdings nicht der Grund für den Auftritt beim Genfer Salon. Damit zielt der Kleinserienhersteller vielmehr auch auf die asiatischen Märkte, auf Indien oder China, wo gerade intensive Verhandlungen mit neuen Händlern laufen. "Wenn wir unsere Neuheiten zu Hause vorstellen würden, dann hätte davon kaum jemand Notiz genommen. Hier in Genf ist das anders", sagt Haller: Für zwei Wochen ist das der Nabel der Autowelt.
© manager magazin online 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH