Von Tom Grünweg
Um die Fahrfreude fein dosieren zu können, hat Aston Martin adaptive Dämpfer und eine Sporttaste eingebaut, mit der man beim Fahrwerk noch ein wenig nachwürzen kann. Selbst in der schärfsten Einstellung jedoch wahrt der Rapide einen Hauch von Understatement und ist lange nicht so scharf, schrill und schneidend wie etwa ein Lamborghini. Kultur statt Krawall, lautet die Devise.
Je enger die Kurven werden, je öfter man die Bremsen bemüht und je schneller man mit den Wippen am Lenkrad die Gänge wechselt, desto stärker wird das stattliche Format spürbar: 5,02 Meter Länge, 2,99 Meter Radstand und knapp zwei Tonnen Leergewicht sind eine Masse, die der Rapide nicht verleugnen kann.
Andererseits taugt der Rapide auch für die Langstrecke. Wenn das dicke Dämmglas das Grollen des Zwölfzylindermotors zu einem fernen Brummen mildert, die Sitzklimatisierung den Rücken temperiert, die serienmäßige Bang-&-Olufsen-Musikanlage den Soundtrack einspielt und die Gäste im Fond sich mit Videos unterhalten, fliegen die Kilometer nur so dahin.
Hoher Alltagskomfort sei ein Entwicklungsziel gewesen, heißt es bei Aston Martin. Doch überzeugend klingt das nicht. Denn Assistenzsysteme wie ein Tempomat mit Abstandsregelung, Kurvenlicht, Totwinkel-Überwachung, Rückfahrkamera oder ein schlüsselloses Zugangssystem gibt es nicht einmal gegen Aufpreis. Warum? Zu einem Sportwagen passe keine Armada von Assistenzsystemen, findet Bez. Aston-Martin-Sprecher Kim Palmer ergänzt: "Es piepst auch jetzt schon genug, wenn man einparkt, sich nicht anschnallt oder das Licht versehentlich angeschaltet lässt."
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