Von Tom Grünweg
Auch innen ist das Design von scharfen Richtungswechseln geprägt. Die Mittelkonsole, das Cockpit, die Becherhalter und selbst der ausfahrbare Navigationsmonitor sehen nach Geodreieck-Styling aus. Der Gipfel sind die beiden Kunststoffklunker über Tacho und Drehzahlmesser, die offenbar an Edelsteine erinnern sollen und beim Blinken grün flackern. Ansonsten gibt es jede Menge Platz auf weichen Ledersesseln und eine Ausstattung, die uneuropäisch umfassend ist.
Unter der Haube stößt man auf zaghaftes Downsizing. Statt eines V8-Motors arbeitet im Basismodell ein auf drei Liter Hubraum geschrumpfter Sechszylinder mit Direkteinspritzung. Das Aggregat mobilisiert 265 PS und maximal 302 Nm, die den Zweitonner kräftig voran bringen.
Rund 8 Sekunden bis Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit jenseits von 200 km/h können sich sehen lassen - zumal das Fahrwerk ganz ordentlich abgestimmt ist. Zwar könnten die Bremsen etwas mehr Biss vertragen, und bei manchen Schlaglöchern in Downtown Detroit verliert die Federung dann doch die Contenance - aber schlecht macht der SRX seine Sache nicht. Als Topmotorisierung gibt es übrigens einen 2,8-Liter-Sechszylinder-Turbo 300 PS.
Warum überhaupt will Cadillac in Europa präsent sein?
Noch nennt Cadillac-Statthalter Schubert keinen Preis für den SRX. Sicher ist: So billig wie in den USA wird das Auto hierzulande nicht zu haben sein. Die US-Basisversion kostet 34.155 Dollar, also rund 24.000 Euro.
Überhaupt muss sich Schubert fragen lassen, ob man bei derart geringen Stückzahlen überhaupt Geld verdienen kann und das Europa-Engagement überhaupt sinnvoll ist. Für den Manager gibt es da keinen Zweifel. Firmen wie der britische Manufakturhersteller Morgan machten schließlich vor, dass man auch mit kleinen Stückzahlen profitabel sein könne.
Gleichzeitig jedoch demonstrieren Marken wie Lexus oder Infiniti, wie schwer sich große Konzerne mit kleinen Ablegern in Europa bisweilen tun. Neben der Hoffnung aufs Geschäft gibt es noch einen weiteren Grund, weshalb Cadillac oder Corvette auch in Deutschland angeboten werden sollen, sagt Schubert: Die 647 PS starke Corvette ZR1 oder das gerade in Detroit als stärkster Cadillac aller Zeiten präsentierte CTS-V Coupé mit 556 PS nähmen US-Kunden nun dann ernst, wenn die Autos sich auch auf der "German Autobahn" bewährten.
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