Von Tom Grünweg
Auch BMW entwickelt einen Fährtensucher, der mitdenkt
"Bei diesem Forschungsprojekt bauen wir auf unsere langjährige Erfahrung mit Robotern, die zu sozialen Kontakten fähig sind", sagt MIT-Professorin Cynthia Breazeal. Aida werde die Laune des Fahrers an seinem Gesicht erkennen können und entsprechend darauf antworten - mal mit einem strengen Blick, mal mit einem Augenzwinkern oder einem sympathischen Lächeln. Wann und ob dies jedoch in einem Serienauto geschieht, ist noch vollkommen unklar. Offiziell nennt Audi den Roboter "eine Fingerübung der Entwickler".
Mit der Arbeit am elektronischen Co-Piloten sind die Forscher von VW und MIT in den USA nicht allein. Auch BMW entwickelt eine vorausschauende Navigation, die Wünsche des Fahrers antizipiert, verzichtet dabei aber auf ein Computerwesen im Cockpit. Und Nissan zeigte unlängst in seinem Konzeptfahrzeug Pivo2 auf der Armaturentafel einen kleinen Roboter, der wie ein überdimensionales Tamagotchi aussieht und schlechtgelaunte Fahrer mit Witzen aufmuntern und erschöpfte Autofahrer zur Pause mahnen soll.
Die Forscher der Autohersteller sehen Roboter-Beifahrer jedoch nicht nur als Pausenclowns oder unterhaltsame Wegbegleiter. Experten des VW-Konzerns im kalifornischen Palo Alto glauben, dass der Computerkumpel irgendwann auch das Fahren übernehmen könnte - zum Beispiel, um noch schlaftrunkene Pendler am Montagmorgen sicher ins Büro oder angeheiterte Nachtschwärmer abends heil nach Hause zu bringen.
Ein Roboter-Auto soll die Pikes-Peak-Piste hochpreschen
Dass diese Vision durchaus nicht unrealistisch ist, wurde bereits bei diversen Wettbewerben für autonome Automobile deutlich. Ein mit Sensoren bestückter VW Touareg schaffte es bereits 2005 mehr als 200 Kilometer durch die Mojave-Wüste. Und ein ebenfalls zum Automatenauto umgebauter VW Passat rollte 2007, freilich im Schneckentempo, durch den simulierten Verkehr einer US-Vorstadt.
Demnächst sollen die Robocars deutlich flotter unterwegs sein: Ein umgerüsteter Audi TT soll im kommenden Sommer völlig autonom und fahrerlos beim legendären Bergrennen Pikes Peak International Hill Climb (PPIHC) im US-Staat Colorado den Gipfel erklimmen - und zwar im strammen Tempo.
Bei einer ersten Testfahrt erreichte der Robo-TT bereits ein Tempo von 210 km/h - allerdings ging es da über eine topfebene Salzwüste. Kokett nennen die Hightech-Tüftler den Wagen Shelley, nach dem Spitznamen der Weltklasse-Rennfahrerin Michelle Mouton. Sie ist bis heute die erfolgreichste Rallye-Fahrerin aller Zeiten und war die erste Frau, die 1985 das Pikes-Peak-Rennen gewann.
Dass der autonome Audi den PPIHC gewinnt, ist unwahrscheinlich - doch auch, wenn es der Wagen einfach nur die 20 Kilometer lange Rennstrecke mit ihren insgesamt 156 Kurven bis zum Gipfel des Viertausenders hinauf schafft, wäre das für die Entwickler ein Sieg.
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