Inzwischen meldet das Statistische Bundesamt rund 50 Millionen Pkw und geht von etwa ebenso vielen Führerscheinen aus. Da sie erst seit 1999 im zentralen Fahrerlaubnisregister in Flensburg erfasst werden, ist nur eine Schätzung möglich. Derzeit gibt es in Deutschland noch sechs Führerscheintypen, darunter die alte DDR- Fahrerlaubnis - das Wort "Führer" wollte die Republik nicht aufnehmen.
Die ersten Automobilisten kannten weder Stoppschild noch Promillegrenze. Fehlende Vorschriften mussten erst formuliert werden. 1924 wurde die erste Verkehrsampel am Potsdamer Platz in Berlin aufgestellt. Nur wenige Jahre später wurden Verkehrsschilder - die auch schon vor dem Ersten Weltkrieg an Straßenrändern warnten - europaweit vereinheitlicht und statt mit Text ("Kraftfahrzeuge verboten") mit Symbolen versehen.
Auch die Aufgaben der Fahrschulen veränderten sich im Laufe der Jahrzehnte. "In den ersten Chauffeur-Schulen lernte man weniger über Verkehrsregeln und mehr über Technik - zum Beispiel, wie wechsle ich eine Zündkerze aus", berichtet Hahn. Angesichts der häufigen Pannen sei das ein "Muss" gewesen, weiß der Fachautor und Sammler historischer Exponate rund um die deutsche Verkehrsgeschichte.
"Das Auto war zu Beginn ein Spielzeug der Reichen." Zur Fahr-Prüfung mussten die Schüler sogar noch ihr eigenes Fahrzeug mitbringen. Die Gesetze rund um den "Lappen" wurden nicht nur für Frauen erneuert. Seit 1986 gilt für die Neulinge unter den Autofahrern der "Führerschein auf Probe". Während sie früher aber noch ihre Volljährigkeit abwarten mussten, dürfen Jugendliche heute schon mit 17 Jahren die begehrte Lizenz erwerben.
Denise Donnebaum, dpa
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