Von Jürgen Pander
Kosten pro Kilometer: Null Euro
Prinzipiell soll der Nomo als Elektrofahrzeug auf den Markt kommen. "Aber um mit einem möglichst billigen Fahrzeug starten zu können und schon am Anfang auf möglichst hohe Stückzahlen zu kommen, damit das Fahrzeug im Straßenbild erscheint", erklärt Timm, werde man den Nomo anfangs auch mit Einzylinder-Benzinern anbieten. "Später lässt sich das Antriebsmodul schnell und unkompliziert gegen den Elektromotor austauschen."
Lithium-Ionen-Batterien sollen eine Reichweite von 90 Kilometern ermöglichen, ein Extra-Batteriepack am Heck des Nomo kann die Distanz verdoppeln. Weil der Energieverbrauch des Nomo so gering sei, reiche ein Solarmodul neben dem heimischen Stellplatz, um den Nomo wieder aufzuladen. Timm: "Man fährt dann praktisch umsonst und muss nur in Ausnahmefällen auf Strom aus der Steckdose zurückgreifen - etwa wenn man auf langen Strecken unterwegs ist."
Doch in erster Linie ist der Nomo konzipiert als günstiges Alltagsmobil für die vielen kurzen Fahrten etwa zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Strand. Timm: "Die Argumentation für ein Auto wie den Nomo läuft primär über das Portemonnaie. Und dann hoffen wir natürlich auf einen Sinneswandel in der Gesellschaft, der ja schon hier und da erkennbar wird." Spätestens wenn "Amsterdam zwei oder dreimal im Jahr überspült wird", so Timm, "müsste auch der Letzte kapiert haben, dass naturschonendes Verhalten kein Luxus ist."
Crashresistente Hanffaser
Die Zeit, so sehen es die Nomo-Macher, tickt für ihr Projekt. Bislang stemmten sie die Entwicklung aus eigenen Mitteln, jetzt wird ein Partner gesucht, der zunächst mit 75.000 Euro einsteigt. Für die Prototypenphase im nächsten Jahr sind dann weitere 15 bis 20 Millionen Euro veranschlagt, die über Investoren hereingeholt werden sollen.
Vieles Details sind noch unklar, viele Fragen noch offen. Doch die Grundidee hört sich recht überzeugend an. Das Monocoque-Chassis - der Verbundstoff soll aus einem Laminat aus 80 Prozent Hanffaser und 20 Prozent Kohlefaser gefertigt werden - soll ähnlich belastbar und crashresistent sein wie ein Formel-1-Auto. Der Trick mit der Hanffaserbauweise ist evident für das Projekt, denn wenn es zur Serienfertigung kommt, soll diese dezentral erfolgen. Und Hanf lässt sich praktisch überall und vor allem auch auf Flächen anbauen, die für Nahrungspflanzen ungeeignet sind.
Sorge, dass die Autoindustrie das Projekt irgendwann entdeckt und sich dann einverleibt, hat Timm nicht. "Die großen Hersteller sind alle Metallverarbeiter. Sie denken in Metall und beherrschen dieses Material aus dem Effeff - sie werden den Nomo erst einmal belächeln." Berührungsängste mit den großen Konzernen gibt es allerdings auch nicht. "Eine Vertriebskooperation irgendwann wäre denkbar. Wir wollen ja nicht neu aufbauen, was es schon gibt und was funktioniert."
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