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31.03.2009
 

Ökoauto Nomo

Mit Sonnenkraft voraus

Von Jürgen Pander

Pläne für Ökoautos gibt es zuhauf, doch so richtig in Fahrt kamen die grünen Wagen bislang nicht. Jetzt wollen zwei Deutsche mit einem stromlinienförmigen Kabinenroller den Markt aufrollen. Anfang 2011 soll der erste Prototyp fahren.

Mallorca - "Die wichtigste Eigenschaft eines wirklich ökologischen Autos ist Erfolg", sagt Arne Timm. Nur dann nämlich könne es konventionelle Fahrzeuge vom Markt verdrängen und so einen positiven Effekt erzielen. Die große Frage ist nur: Wie baut man ein ebenso ökologisches wie erfolgreiches Auto?

Timm und sein Geschäftspartner Gordian Gasch glauben, eine Antwort auf diese Frage gefunden zu haben. Bislang ist es nur eine Konstruktion im Computer, doch die technische Umsetzung läuft bereits seit einem Jahr. Anfang 2011 soll der erste Prototyp aus eigener Kraft fahren.

Nomo heißt das Mobil, das vorne zwei Räder hat und hinten eins und das ein bisschen aussieht, als sei ein Messerschmitt-Kabinenroller in einen Designworkshop geraten. Flach, geschwungen und geschmeidig wirkt die Karosserie aus Naturfaserverbundstoff. Maximal 300 Kilo soll das Auto wiegen - je nach eingesetztem Motor und je nach Größe, denn geplant sind ein Zwei- und ein Viersitzer.

Radikale Reduktion

Die Nomo-Macher, das sind Arne Timm und Gordian Gasch. Timm, 43, studierte in Hamburg Betriebswirtschaft und Werbegrafik, arbeitete als Werber, gründete eine Softwarefirma, später ein Unternehmen für batteriegetriebene Spaßfahrzeuge. 2004 siedelte er nach Mallorca über und seit drei Jahren entwickelt er dort, gemeinsam mit dem 46-jährigen Fahrzeugbauer das Zukunftsauto Nomo. "Wir sind bei diesem Projekt viel radikaler als andere", sagt Timm. "Wenn man wirklich was verändern will, also den Wahnsinn beenden will, dass in mehr als eineinhalb Tonnen schweren Autos meist nur ein oder zwei Leute herumkutschieren - dann muss man wohl auch ziemlich radikal vorgehen."

Radikal heißt im Falle des Nomo vor allem auch: radikale Reduktion. Das Auto soll aus weniger als 200 Einzelteilen hergestellt werden; zum Vergleich: moderne Kompaktwagen bestehen aus mehr als 10.000 Einzelteilen. Der Nomo ist leicht, bietet allen nötigen Komfort und ist billig. Zwischen 3500 und 5000 Euro soll ein Modell mit 125-Kubik-Rollermotor am Hinterrad kosten. Zwischen 7000 und 9000 Euro, so die Kalkulation, wird ein zweisitziger Nomo mit einem Elektromotor der Firma Elan aus Berlin samt Solarpanel kosten.

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