Von Tom Grünweg
Die neue Blue-Zero-Flotte ist auch eine späte Genugtuung für die Entwickler der jetzt elf Jahre alten A-Klasse, die mittlerweile in der zweiten Generation fährt und mit der B-Klasse einen großen Bruder bekam. Bislang wurden die Konstrukteure wegen des doppelten Bodens des Fahrzeugs (der sogenannten Sandwich-Bauweise) stets gescholten. Nun aber erweist sich genau dies als Glücksgriff, weil darin die Zusatzkomponenten der Elektroantriebe untergebracht werden: Ob Batterie oder Brennstoffzelle - alles verschwindet Unterflur.
Während andere Elektroautos wie der Tesla Roadster oder der Mini E Stauraum oder gleich die Rückbank opfern müssen, bleiben beim Mercedes-Stromer alle fünf Sitze erhalten, und der Laderaum fasst mehr als 500 Liter. Außerdem seien die teuren Komponenten im Souterrain besonders Crash-sicher untergebracht und senkten obendrein den Schwerpunkt, argumentieren die Techniker.
Der gravierende Schönheitsfehler des Konzepts: Es lässt sich noch nicht umsetzen. Für Kleinserien taugt die Technik immerhin, weshalb noch auf Basis der aktuellen B-Klasse im nächsten Jahr weitere Brennstoffzellenautos und ab 2010 auch ein Elektro-Mercedes gebaut werden soll. Doch für nennenswerte Stückzahlen mangelt es sowohl an einer Infrastruktur für Wasserstoff wie auch für Batterien.
Mercedes und Evonik bauen Lithium-Ionen-Batterien
Doch zumindest dieses Problem will Mercedes nun selbst in die Hand nehmen. Nachdem die Zulieferer offenbar nicht schnell genug vorankommen und die Schwaben bereits mehr als 600 Patente rund um das Thema batteriegetriebene Fahrzeuge halten, starten sie nun eine eigene Batterieproduktion. In einem Joint Venture mit dem Energieversorger Evonik wollen beide Großkonzerne die Entwicklung und Herstellung von Batteriezellen und -systemen vorantreiben.
Weil die Evonik-Tochter Li-Tec über serienfähige Batterien verfügt und Mercedes über das nötige Pkw-Wissen, soll die Technik bereits kurzfristig in Mercedes-Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Für die Zukunft planen beide Unternehmen, die Hightech-Batterien auch an Dritte weiterzuverkaufen.
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