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13.12.2008
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Elektroauto Mindset

Der Anti-Ferrari

Von Tom Grünweg

2. Teil

Warum Ferrari und Co. nur noch peinlich sind

Natürlich geht es den drei Entwicklern auch um die Umwelt, und gern bestätigen sie, etwas Gutes für den Globus tun zu möchten. Doch es ist kein ökologischer Eifer, die sie treibt. Was dann? Schwer zu sagen, aber auf der gemeinsamen Testfahrt wirken die Herren ein bisschen wie Lebemänner, die in der Midlifecrisis von der schwindenden Wirkung ihres Ferrari überrascht wurden. "So ein Auto ist heute einfach nur noch peinlich", sagt Schmid zum Thema Supersportwagen, "darin wirst du nicht an-, sondern ausgelacht." Das soll beim Mindset anders sein. Er soll, so wünschen es sich die Designer, zu einem klassenlosen Statussymbol, zu einem Kultobjekt werden.

Status durch Understatement: Die Mindset-Macher zielen auf das Segment der aufgeklärten Besserverdiener
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Status durch Understatement:
Die Mindset-Macher zielen auf das Segment der aufgeklärten Besserverdiener

Die potenzielle Kundschaft sieht Schmidt nicht in der Müsliecke, sondern eher unter den aufgeklärten Besserverdienern. Es folgt die übliche Aufzählung von Berufsgruppen wie Architekten, Werbetreibenden und Selbständigen. Die sollen das Auto kaufen. Deshalb darf der Mindset auch ein bisschen mehr kosten. Zum Preis sagt Schmidt: "Ein gut ausgestatteter Nobelkombi in der Mittelklasse, das wäre für uns ein vernünftiges Vorbild."

Fragt man die Mindset-Macher, warum so ein Auto nicht aus Detroit, Wolfsburg oder Tokio kommen kann, kramen sie zwei Luftaufnahmen hervor. Die eine zeigt das Entwicklungszentrum von General Motors in Warren, Michigan, das auf den Satellitenfotos von Google Earth den Charme einer Wal-Mart-Filiale ausstrahlt. Das zweite Foto zeigt eine Idylle, in der ein schönes kleines Haus auf einer schönen grünen Wiese an einem schönen blauen See vor schönen hohen Bergen steht. Wo, so die unausgesprochene Frage des Bilderrätsels, werden wohl die aufregenderen Autos gemacht?

"Revolution kann nur von außen kommen", sagt Günak, der sich seit seinem Abschied aus Wolfsburg wie von Fesseln befreit fühlt. "Autohersteller sind gefangen in ihrer eigenen Welt, schauen immer durch die gleiche Brille in die gleiche Richtung", glaubt er.

Evolution könne die Industrie gut. Doch Fortschritt sei mehr als immer kleinere Spaltmaße, höhere Wertigkeit und die immer neue Interpretation stets bekannter Formen. "Etwas wirklich Neues wagt in dem geschlossenen PS-Zirkel keiner", klagt Günak, "dafür ist die Routine zu groß, und auch die Angst vor einem Fehler." Deshalb müssten die Impulse von außen kommen – zum Beispiel aus der Schweiz.

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