Von Tom Grünweg
Der Akku macht alle Spielchen mit
Einen Vertrauensvorschuss verlangt auch die Batterie, die von den Großserienherstellern bislang immer als das Hemmnis für die Serienfertigung des Elektroautos ausgegeben wurde. Während Daimler, GM und Co. nach wie vor an Lithium-Ionen-Zellen für automobile Anwendungen entwickeln, hält Tesla das Zögern der Giganten für eine Ausrede.
Die Amerikaner bündeln stattdessen in der riesigen Box hinter den Rücksitzen 6831 Akkus, die eigentlich mal für Laptops gedacht waren. Die Kühlung besorgt ein Flüssigkeitskreislauf, und über die Ladung wacht eine Elektronik, die damit zur Schlüsselkomponente des Autos wird. "Das wird nie funktionieren", argumentiert die Autoindustrie. "Unsere Batterien halten 500 bis 700 Ladezyklen aus und damit 160.000 Kilometer", hält Tesla dagegen.
Wer Recht behält, wird erst die Zukunft zeigen. Doch bislang hat sich noch kein Tesla-Käufer beschwert, und auch auf der Testfahrt machte der Akku alle Spielchen mit: Ein Dutzendmal starten, viele kleine Zwischenspurts, Stop-and-go im Feierabendstau – und trotzdem blieb der befürchtete Warnhinweis aus.
Anders als in den USA ist der Tesla hierzulande entweder noch immer ein Geheimtipp, oder die potentielle Kundschaft ist skeptischer. Auf jeden Fall läuft der Verkauf diesseits des Atlantiks schleppend an: Während von US-Kunden mehr als tausend Bestellungen vorliegen und der Wagen bis weit ins Jahr 2010 ausverkauft ist, haben Kurzentschlossene Europäer noch eine Chance. "Die ersten 80 der insgesamt 250 Autos, mit denen wir nächstes Jahr in Europa starten wollen, sind schon verkauft", sagt Marketing-Chef Derryl Siry. "Doch wer sich beeilt, dem versprechen wir, dass er mit einem Tesla in den nächsten Sommer startet."
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