Metallic-Violett für König Kunde
Dann auch sollen endlich Airbags lieferbar sein. Ihre Entwicklung ist sehr aufwendig, es werden systematisch Crashtests mit Wiesmann-Modellen gemacht, erstmals in diesem Umfang. Bei vielen entscheidenden Teilen - Motoren, Getriebe, Elektronik - hatte man sich bisher problemlos auf bewährte BMW-Technik verlassen können, doch Airbags müssen jedem Modell eigens angepasst werden.
"Wegen solcher Entwicklungsprojekte sind wir gezwungen, zu expandieren", erklärt Friedhelm Wiesmann. Gleich, ob Verbesserungen in der Sicherheitstechnik oder Anpassungen an neue Emissionsvorschriften - nur mit größeren Stückzahlen sind die Kosten einzuspielen. Die Gefahr, dass auf dem Parkplatz nebenan der gleiche Wiesmann steht, bleibt dennoch gering.
Das Ziel für eine Jahresproduktion liegt mittelfristig bei 350 Stück. Da stört auch nicht, dass mit dem Artega demnächst noch ein Kleinserien-Roadster aus Westfalen kommt. Der habe einen ganz anderen Charakter, sagen die beiden. Und wahrscheinlich kommt es im boomenden Super-Luxussegment wirklich nicht so drauf an. Wiesmann-Kunden besitzen mehr als ein Auto.
Bestimmte Neuerungen wird es allerdings auch auf Drängen der verwöhnten Klientel nie geben, erklären die Brüder. Eine Klimaautomatik, elektrische Fensterheber oder ein Blechverdeck passen nicht zu einem puristischen Roadster. Das sei hier schließlich kein Nachbau des Mercedes SL.
Ansonsten ist der Kunde König, selbstverständlich bei einem Basispreis von 100.000 Euro. Das ist für die Autobauer wohl nicht immer leicht zu ertragen. "Manche Extravaganz lassen sich die Leute einfach nicht ausreden", sagt Friedhelm beim Blick auf eine frisch lackierte Fronthaube in Metallic-Violett. Eine Farbe wie für einen amerikanischen Showauftritt.
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