Öfter mal Ölwechsel
Wer dem Auto wirklich etwas Gutes tun will, sollte sich jedoch gerade im Hinblick auf die recht langen Ölwechselintervalle moderner Modelle nicht sklavisch an die vorgegebenen Termine halten. "Neue Modelle müssen nach Herstellerangaben oft nur alle 25.000 Kilometer zum Ölwechsel - gerade wenn oft Kurzstrecken gefahren werden, kann es ratsam sein, diese Intervalle kürzer zu halten", rät Frank Wilke. Das sei fast die einzige Möglichkeit, Einfluss auf das Innenleben des Motors zu nehmen.
Allerdings ist der Kauf hochwertigen Öls natürlich kein alleiniger Garant für ein langes Autoleben. "Es geht auch darum, wie ich mit dem Auto umgehe, wenn ich damit unterwegs bin", sagt Maximilian Maurer, Sprecher des ADAC in München. Maurer rät unter anderem, möglichst nicht "auf der letzten Rille" zu fahren. "Damit mutet man der Technik des Autos mehr zu als bei einer defensiven Fahrweise." Ein zurückhaltender Umgang mit dem Gasfuß ist dagegen ein wirksames Mittel, die Technik von Motor und Fahrwerk zu schonen. Und langsames Heranrollen an eine rote Ampel ist für die Bremsen besser als eine abrupte Vollbremsung.
Sven Janssen, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main, rät außerdem, immer wieder mal einen Blick auf den Durchschnittsverbrauch des Autos zu werfen. "Ein plötzlicher Anstieg des Verbrauchs weist auf einen Mangel am Fahrzeug hin." Wird dieser früh erkannt, lässt er sich oft beheben, bevor die Technik dauerhaft Schaden nimmt. Gern wird behauptet, dass ein Auto die Jahre besser überdauert, wenn es meist auf der Autobahn und nicht im Stadtverkehr bewegt wird.
Die Experten weisen jedoch darauf hin, dass auch hohe Geschwindigkeiten einen gewissen Verschleiß verursachen. Richtig sei es vielmehr, den Wagen in einem ausgewogenen Mix zu bewegen - also neben dem Stadtverkehr auch mal eine Überlandpartie einzuplanen. Auf jeden Fall zu vermeiden ist ausschließlicher Kurzstreckenbetrieb, der der Technik mehr schadet, als dass er Nutzen bringt.
Zum richtigen Umgang mit dem Fahrzeug gehört auch die Reinigung. "Es macht zum Beispiel Sinn, den Unterboden regelmäßig reinigen zu lassen", so Maximilian Maurer. Durch den Betrieb auf der Straße kann sich dort in Ecken Schmutz ansammeln, der zusammen mit Feuchtigkeit auf Dauer zu Schäden und Rost führen kann. Es wird jedoch nicht empfohlen, diese Arbeiten - oder auch eine Motorwäsche - eigenhändig durchzuführen. Das sollte einer Werkstatt überlassen werden, wo auch die bei der Reinigung anfallenden Rückstände entsorgt werden.
Manchmal lauern Gefahren für ein langes Autoleben in Bereichen, in denen sie nicht erwartet werden: Im Innenraum zum Beispiel. Dort kann sich aus den verschiedensten Gründen Feuchtigkeit ansammeln - die ist zu beseitigen, der Wagen außerdem regelmäßig zu lüften. Bleibt die Frage, wo der Wagen am besten untergebracht wird. Die Experten sind sich einig, dass eine - möglichst beheizte - Garage auch heute noch der beste Platz für ein Auto ist. Wenn es jedoch nur zur "Laternengarage" reicht, hilft auf jeden Fall eine regelmäßige Hartwachsbehandlung, den schönen Schein des Lacks länger zu bewahren.
Heiko Haupt, dpa
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