General Motors ist mit der Wiederentdeckung des Elektroautos allerdings nicht alleine. Auch Wolfgang Steiger, der Motorenchef in der VW-Konzernforschung, spricht von einer "zunehmenden Elektrifizierung des Antriebs". Schon beim Hybridantrieb werde schließlich ein Teil der Antriebsenergie elektrisch erzeugt.
"Während etwa 50 Prozent der Fahrtzeit ist der Verbrennungsmotor schon heute ausgeschaltet", pflichtet ihm ein VW-Entwickler mit Daten aus zahlreichen Versuchsfahrten bei. "Und was ist das Brennstoffzellen-Auto anderes als ein Elektrofahrzeug mit eigenem Kraftwerk?", fragt Steiger provozierend. Nach dieser Definition sind auch Detroit-Studien wie der Ford Airstream oder der Honda FCX reine "Stromer".
Zwar forscht Steiger intensiv an dieser "kalten Verbrennung" von Wasserstoff, doch hält er auch rein elektrische Fahrzeuge für möglich: "Wenn es bis dorthin Batterien gibt, die stark und leicht genug und zudem auch bezahlbar sind, können wir uns die Brennstoffzelle sparen und den Strom einfach aus der Steckdose nehmen." Allerdings würden solche Batterien wohl erst in einigen Jahren verfügbar sein, schätzt Steiger. General Motors rechnet 2010 bis 2012 mit der Serienreife der Batterien im Volt.
Auf Batterie-Betrieb setzt auch die englische Firma PML Flightlink, die einen Mini vorgestellte. Der Wagen wird von vier jeweils 163 PS starken Elektromotoren angetrieben, die das Unternehmen in den Rädern unterbrachte. Nach eigenen Angaben braust der Kleine damit in nur 4,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100 auf und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 240 Stundenkilometern.
Doch nicht alle Hersteller glauben aber an die elektrische Kraftentfaltung. BMW zum Beispiel hat in Detroit einmal mehr Position für den Verbrennungsmotor bezogen und bei der Präsentation des in Kleinserie gebauten Hydrogen7 auf Basis der 7er-Reihe bekräftigt, den Wasserstoff direkt verbrennen zu wollen. Das sei eine Energie der Zukunft, sagte Vertriebschef Michael Ganal auf der Messe.
Analysten wie Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg allerdings halten die Renaissance des Elektroautos für einen viel versprechenden Ansatz: "Strom ist neben Wasser, Sonne und Wind der einzige Energieträger, der wirklich überall auf dem Globus verfügbar ist - ganz egal, woraus er gewonnen wurde." Ein rein elektrisches Fahrzeug habe damit die Chance, zum ersten globalen Ökoauto zu werden.
Thomas Geiger, dpa
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