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04.12.2006
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Tuning

Wie es euch gefällt

Von Tom Grünweg

2. Teil: Das Räderwerk und die Amerikaner

Besonders wichtig für US-Kunden: die Räder

Trotzdem ist der Trend zur Individualisierung in den USA offensichtlich viel stärker ausgeprägt als in Europa, sagt Myles Kovacs, der Herausgeber der amerikanischen Tuning-Bibel "Dub-Magazin" in New York. "Besonders wichtig sind diesen Kunden die Räder, die gar nicht groß und auffällig genug sein können. Viele Neuwagenkäufer fahren direkt vom Autohaus zum Tuner und lassen sich dort mindestens 20 oder 21 Zoll große Felgen auf die Achsen stecken."

Auf den Hochglanzanzeigen in seinem Magazin finden sich deshalb Hunderte von Felgen mit teilweise bizarrem Design, drehenden Sternen, Goldauflagen oder Edelsteindekoration und so seltsamen Namen wie "Dresden", "Cold Cash", „Matador“ oder "Sparta", die vor allem in der Rapperszene angeblich unverzichtbar sind.

In Deutschland sieht man die Tuning-Auswüchse in Übersee eher kritisch. Natürlich blickt der Branchenverband VDAT auch ein wenig neidisch über den Atlantik, wenn dort für "Customizing" pro Jahr rund 34 Milliarden Dollar ausgegeben werden, die deutschen Unternehmen gemeinsam mit den Werkstunern AMG, M und Quattro aber weltweit nur 4,5 Milliarden Euro Umsatz machen, von dem etwa die Hälfte auf die Heimat entfällt.

Verkehrskontrollen sind eine Herausforderung

Selbst in ganz Europa schätzt Verbandsgeschäftsführer Hans-Jörg Köninger den Branchenumsatz auf lediglich 15 Milliarden Euro. Doch bezeichnet er seine Mitglieder von Abt bis Zender trotz allem als "Exportweltmeister im Tuning" und sieht auch das Inlandgeschäft nicht gefährdet. "Denn rein wirtschaftlich spielen ausländische Tuner bei uns quasi keine Rolle", sagt Köninger.

Dennoch sind ihm die Importe aus den USA und Japan ein Dorn im Auge. "Aufgestachelt von Kinofilmen und Computerspielen können deutsche Fans problemlos über das Internet Artikel bestellen, die hierzulande verboten sind."

Während der VDAT mit seiner Kampagne "Tune it safe" um ein gutes Image bemüht ist, immer wieder an die strengen Regeln des TÜV erinnert, und gebetsmühlenartig vor dem Verlust von Betriebserlaubnis und Versicherungsschutz beim Einsatz dubioser Tuningteile warnt, ließen die Versender aus Übersee ihre Kunden gelegentlich ins offene Messe laufen. "Bei einer Verkehrskontrolle oder spätestens beim nächsten TÜV-Termin schauen die dann dumm aus der Wäsche", sagt Köninger und ärgert sich über die pauschale Rufschädigung: "Egal ob aus den USA, Japan oder Deutschland – der Ärger trifft dann wieder alle Tuner gemeinsam."

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