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20.07.2006
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Mosler MT900 GT

Ferraris Albtraum

Von Tom Grünweg

2. Teil: Eine Fahrt an einer Tunneldecke

Eine Fahrt an einer Tunneldecke

Ebenfalls ein wichtiger Faktor für schnelle Rundenzeiten ist eine ausgefeilte Aerodynamik, die dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche bietet. Deshalb ist der MT900 GTR zwar 4,80 Meter lang und fast genau zwei Meter breit, aber mit 1,13 Metern nicht einmal hüfthoch.

Außerdem wurde er mit einem großen Frontspoiler, einem gewaltigen Heckflügel aus Carbon und einem von vorn bis hinten durchgestylten Unterboden am Computer und im Windkanal so modelliert, dass sich die Flunder mit zunehmender Geschwindigkeit buchstäblich auf der Straße festsaugt und eben nicht zum Flieger wird. "Der Abtrieb jenseits von 200 km/h ist so groß, dass ein MT900 GTR im Tunnel theoretisch sogar an der Decke fahren könnte, ohne dabei herunter zu fallen", schwärmt Flugel.

Fast schon unspektakulär dagegen ist der Motor, der hinter den Sitzen montiert ist. Statt eines hoch gezüchteten und empfindlichen Rennaggregats gibt es einen alten und bewährten Kämpen aus der Großserie: den V8 der Corvette. Allerdings nehmen die Entwickler von Mosler Deutschland wenigstens die stärkste Version aus dem Sportmodell Z06, die aus ihren sieben Litern Hubraum bei GM 517 PS schöpft.

Schneller als Enzo oder SLR

In Mönchengladbach von elektronischen Reglementierungen befreit und ein wenig besser beatmet, erreicht der Achtzylinder im MT900 GTR gleich 600 PS und bringt über ein Sechsganggetriebe bis zu 637 Nm an die Hinterachse. Weil der Wagen in der leichtesten Version nur 950 Kilo wiegt, ergibt das ein rekordverdächtiges Leistungsgewicht von 1,6 Kilo pro PS. Zum Vergleich: Beim Lamborghini Gallardo muss jedes PS 2,8 Kilo schleppen, beim Porsche 911 sind es 4,3 Kilo und bei einem Opel Astra mit 90 PS sogar 11,3 Kilo.

Entsprechend rasant ist der Renner unterwegs: In 3,1 Sekunden erreicht er Tempo 100 und lässt damit auch Autos wie den Ferrari Enzo oder den Mercedes SLR stehen. Und während der Astra noch immer nicht bei 100 Sachen ist, jagt der Flügelstürmer bereits nach 8,9 Sekunden mit 200 km/h über die linke Spur. Wenn die frei ist, geht es weiter bis 340.

Das Ungewöhnlichste an diesem Auto sind aber weder die Form noch die Fahrleistungen, sondern der Preis von 179.500 Euro. Zugegeben, für ein ambitioniertes Spielzeug für erwachsene Kinder ist das natürlich eine ganz ordentliche Summe. Doch gemessen an seinen teilweise mehr als doppelt so teuren Konkurrenten ist der Mosler fast schon ein Schnäppchen. Und seltener als Enzo und SLR ist er obendrein. Denn mehr als weltweit 75 Autos wird es nicht geben.

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