Von Tom Grünweg
Hamburg - Supersportwagen gibt es einige. Und eine ganze Reihe davon schaffen es von der Straße auch auf die Rennstrecke. Doch den umgekehrten Weg gehen nur wenige. Einer davon ist der Mosler MT900 GTR, der als transatlantisches Gemeinschaftswerk nun gerade seine Serienreife erlangt.
Der kraftstrotzende Flügelstürmer basiert auf einem Rennwagen, mit dem der US-Investor Warren Mosler bereits das 24-Stunden-Rennen von Daytona sowie die spanischen und die britischen GT-Meisterschaften gewonnen hat. Doch damit er sich den Traum von der Teilnahme beim legendären Rennen in Le Mans erfüllen kann, muss er – so schreibt es das Reglement vor – erst einmal 25 Autos bauen.
Und weil das selbst das Budget eines Finanzgenies übersteigen dürfte, sollen diese Fahrzeuge nicht in seiner Garage, sondern erst einmal bei einer Hand voll exklusiver Händler und später bei begeisterten Sportfahrern stehen. Allerdings braucht das Auto dafür eine Straßenzulassung. "Deshalb wurde der amerikanische Rennwagen in Großbritannien weiterentwickelt und nun in Deutschland noch einmal verfeinert", sagt Christof Flugel, der Inhaber von Mosler Deutschland in Siegen.
Kraftvolles Leichtgewicht
Die Grundprämisse blieb dabei laut Flugel immer die Gleiche: "Wir wollten den schnellsten Serienwagen auf die Rennstrecke bringen." Und dabei meint er nicht die theoretische Höchstgeschwindigkeit und auch nicht die maximale PS-Zahl – zwei Einzeldisziplinen, in denen er den Rekord gerne Autos wie dem Bugatti Veyron überlässt. Sondern ihm und seinem Auftraggeber geht es um das Gesamtpaket aus Beschleunigung, Straßenlage, Leistung und Geschwindigkeit, das letztlich eine gute Rundenzeit ausmache.
Damit dieses Rechnung aufgeht, muss der Flügeltürer vor allen Dingen leicht sein. Deshalb setzen die Entwickler für Chassis und Fahrgastzelle auf eine Wabenstruktur aus Kohlefaser, die mit Rahmen aus Aluminium und Chrom-Molybdän-Stahl verstärkt wird. "Sie hat zwar alle Crashtests mit Bravour bestanden, wiegt aber trotzdem nur 90 Kilo", sagt Flugel.
Auch alle anderen Bauteile wurden nach dem Fasten-Prinzip entwickelt: Die Karosserie ist aus Kohlefaser, die Räder sind aus Magnesium, die maßgeschneiderten Sportsitze sind besonders dünn, und selbst die Lautsprecher hat Entwicklungspartner Alpine eigens aus Carbon gebacken. Trotzdem ist der MT 900 GTR kein spartanisches Auto, das kompromisslos auf Funktion getrimmt ist. Eine Klimaanlage und zwei Airbags gehören ebenso dazu wie der kleine Kofferraum, und auf Wunsch kann der Wagen auch mit Leder oder Alcantara ausgekleidet werden.
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