Von Tom Grünweg
Detroit - Aston Martin zeigt ein Herz für Besserverdiener mit Familie. Während eine Ausfahrt in den Sportwagen der britischen Ford-Tochter bislang nur allein stehenden Gentleman mit dicker Brieftasche oder gut situierten Paaren vorbehalten war, können vielleicht schon bald auch Kind und Kegel mit auf die Reise oder die Rundstrecke gehen.
Nein, nein - der Shooting Brake als sportliche Interpretation des Luxus-Kombis kommt nicht zurück. Doch zumindest liebäugelt die noble Manufaktur aus dem Königreich mit einem Viertürer und hat deshalb unter lautem Beifall auf der Motorshow in Detroit als siebte Neuheit binnen zweieinhalb Jahren die Studie Rapide enthüllt.
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Aston Martin Rapide: Die Antwort auf den Porsche Panamera Bitte klicken Sie auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen. |
"Ein Sportwagen lässt sich nicht einfach durch die Zahl der Türen bestimmen", sagt Ulrich Bez. "Auch ein Viertürer kann durchaus das Design und die Performance eines Sportwagens haben", belehrt der schwäbelnde Chef von "Äschdn Marddin" und lenkt den Blick auf ein lang gestrecktes Coupé mit vier Türen, das seinem Namen schon im Stand alle Ehre macht. Denn fast alles an diesem Wagen stürmt förmlich nach vorn - die Motorhaube ist lang über den knapp 500 PS starken Zwölfzylindermotor gestreckt, die markanten LED-Scheinwerfer sind große Tropfen im schnellen Wind, der fließende Bogen des Daches duckt sich tief zur Straße, und das Heck ist kurz und knackig wie bei den Zweitürern Vantage und DB9.
Um Platz für die beiden zusätzlichen Türen zu schaffen, ist der Rapide gegenüber dem DB9 um 30 Zentimeter auf exakt fünf Meter gewachsen. Außerdem wurde der Radstand von 2,74 auf 2,99 Meter gestreckt und damit innen so viel Raum gewonnen, dass man nun erstmals von einem 2+2-Sitzer sprechen kann. Weil Rahmen und Karosserie aus Aluminium und Kohlefaser bestehen, schlägt das Wachstum dabei nur mit 140 Extra-Kilo zu Buche.
Einer klaren Form und einer schönen Silhouette verpflichtet, hat Designchef Marek Reichman beim "schönsten Viertürer der Welt" auf die üblichen Gimmicks zur Tarnung der hinteren Türen verzichtet. Deshalb gibt es weder einen gegenläufigen Anschlag noch versteckte Griffe, sondern einfach zwei etwas kleinere Türen, die den Blick auf zwei feudale Einzelsessel freigeben. Zwar sollten dort nicht unbedingt Basketballprofis auf lange Reisen gehen, doch sind die beiden Plätze im Fond allemal mehr als ein Alibi und damit bequemer als in jedem anderen Aston Martin.
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