Kein Händler, keine Vertriebsorganisation
Auf dieser Basis baute Bristol auf. In den fünfziger Jahren wurde die Automobilproduktion ausgegliedert, 1960 ging die Pkw-Sparte in den Privatbesitz der Geschäftsmänner George White und Anthony Crook über, und noch heute befindet sich Bristol Cars Ltd. in britischem Privatbesitz. Es gibt weder eine Vertriebsorganisation noch Händler. Wer einen Bristol erwerben möchte, muss sich direkt an den Hersteller wenden und Zeit, vor allem aber auch Geld mitbringen. Denn die Autos werden sozusagen maßgefertigt und ganz nach den Wünschen des Kunden ausgestattet.
Exzentrisch britisch besteht Bristol darauf, den Supersportwagen so "hedonistisch luxuriös" auszustatten wie möglich. Sportledersitze mit üppigen Armlehnen, weiche Teppiche, Flügeltüren für den bequemen Ein- und Ausstieg sowie ein Kofferraum mit Platz für zwei Golfbags sind Standard. Als Reminiszenz an den früheren Flugzeugbau des Unternehmens gibt es Bedienschalter in einer Konsole am Dachhimmel, Anzeigen für Öl- und Benzindruck sowie eine tropfenförmig geschnittene Passagierkabine mit vorzüglicher Rundumsicht.
Befeuert wird das 4,42 Meter lange Auto (1,80 Meter breit, 1,35 Meter hoch) in der Basisversion von einem 8-Liter-V10-Aggregat mit 525 PS und einem maximalen Drehmoment von 714 Newtonmeter. Die Version Fighter S wurde auf eine Leistung von 660 PS getunt, das Drehmoment auf 788 Newtonmeter gesteigert. Beide Autos spurten in knapp vier Sekunden von 0 auf Tempo 100, wobei die Beschleunigung komplett im ersten Gang durchgezogen werden kann. Mögliche Höchstgeschwindigkeiten jenseits der 330 km/h Marke sind selbstverständlich. Aerodynamik, Fahrwerk, Passagierkäfig, Bremsen und die 18-Zoll-Reifen sind auf diese Extreme ausgelegt, versichert Bristol.
Obwohl das Auto zu den exklusivsten Sportwagen überhaupt zählt, ist der Preis vergleichsweise moderat kalkuliert. 325.000 Euro verlangt Bristol für die Standardausführung, ab 362.000 Euro wird der Fighter S angeboten. Mit Sechsgang-Schaltgetriebe übrigens. Wer es lieber bequemer mag und mit einer Viergang-Automatik in Bereiche jenseits der 300-km/h-Marke vorstoßen möchte, muss noch ein bisschen Geld drauflegen. Doch daran dürfte ein Bristol-Verkauf nicht scheitern.
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