370 Kilometer pro Stunde sind eine wuchtige Ansage. In diesem Bereich etwa bewegt sich die Höchstgeschwindigkeit des Bristol Fighter S, eines Sportwagens, der nur auf Bestellung und dann weitgehend in Handarbeit gefertigt wird und der vor allem durch seine ausgefeilte Aerodynamik glänzt.
"Flugzeuge, Rakten und U-Boote", so teilt das Unternehmen mit, seien von den Konstrukteuren, die vor fünf Jahren mit der Entwicklungsarbeit an diesem Auto begannen, als aerodynamische Vorbilder herangezogen worden. "Der Wagen ist ein perfektes Beispiel dafür, dass die Form exakt der Funktion folgt."
Auf den ersten Blick sieht es aus, als sei die Karosserie ein wenig verrutscht, denn an der bulligen Frontpartie und dem etwas dicklichen Heck verlässt das Design des Bristol Fighter die üblichen Sportwagen-Proportionen. Das mag für den Betrachter gewöhnungsbedürftig sein, für die Leistung des Autos ist es ein Segen: Der cW-Wert des Renners liegt bei erstaunlich niedrigen 0,25 - der eines Porsche Carrera GT zum Vergleich beträgt 0,39.
Damit schneidet der britische Zweisitzer deutlich besser durch den Fahrtwind, und die Kunst der Ingenieure ist es, trotz dieses geringen Luftwiderstands genügend Abtrieb zu erzeugen, um das Auto auch bei extremen Geschwindigkeiten sicher auf der Straße zu halten.
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Die Aerodynamik gehört zu den Spezialgebieten von Bristol, schließlich wurde die Firma 1910 als Flugzeughersteller gegründet. Vor allem im Zweiten Weltkrieg machte das Unternehmen mit Kampfflugzeugen wie den Brisfit (die Kurzform für Bristol Fighter) und dem Modell Blenheim gute Geschäfte. Nach Kriegsende jedoch wurde ein neues Aufgabengebiet gesucht: Man fand es quasi in Eisenach.
Denn als Reparation aus Deutschland erhielt Bristol Lizenzen und Automobilfachwissen von BMW, und die Firma verlegte fortan einen Gutteil ihrer Aktivitäten auf den Pkw-Bau. Bereits 1946 wurde der Typ 400 vorgestellt, eine Limousine mit dem Chassis des Vorkriegs-BMW 326 und dem legendären Sechszylindermotor des BMW 328.
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