Essen - Mehr als 1000 Aussteller auf 110.000 Quadratmetern, rund 2000 herausgeputzte Autoschmuckstücke in 19 Messehallen und circa 130.000 Besucher an den vier Messetagen - das sind die Kennzahlen, die die "Techno Classica" in Essen zur größten Veranstaltung ihrer Art weltweit machen.
Das Geschäft mit dem aufpolierten Alteisen boomt, und wer gerade keinen sechsstelligen Betrag für eine Auto-Ikone à la Jaguar E-Type oder Mercedes SL locker machen kann, weicht eben aus auf die so genannten Youngtimer. Die ehemaligen Massenmodelle aus den 60er, 70er oder 80er Jahren sind günstig zu haben und gelten als letzter Schrei in einer wachsenden Szene, die cooles Design, Alltagstauglichkeit und einen pragmatischen Umgang mit den bisweilen bizarr umgestylten Karossen pflegt.
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Oldtimer-Parade in Essen Bitte klicken Sie auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen. |
Es sind Gegensätze wie die zwischen einem aufgemöbelten Ford Granada oder Opel Commodore und einem Rolls-Royce oder Bentley aus den 30er Jahren, die das besondere Flair der Messe ausmachen. Das haben auch die Autohersteller erkannt, die in Essen die Tradition ihrer Marke aufwändig inszenieren, um damit das Image mit Glanz und Gloria aufzuladen. Gerade in diesem Jahr fällt das vielen Unternehmen leicht, denn es stehen zahlreiche runde Jubiläen an, die auf der Techno Classica natürlich gefeiert werden.
Bei Volkswagen etwa stehen zwei runde Auto-Geburtstage im Mittelpunkt. Vor 50 Jahren wurde der Karmann Ghia, das unnachahmlich elegant gestylte Coupé auf Käfer-Basis, vorgestellt. Und vor 30 Jahren ließen die Wolfsburger erstmals den Polo vom Band laufen. Auch BMW feiert mehrere Jubiläen. Vor 50 Jahren präsentierten die Münchner Autobauer die beiden Roadster-Klassiker 503 und 507 sowie den eintürigen Miniaturwagen Isetta. Zudem feiern die Bayern 30 Jahre BMW 3er - das Modell, mit dem die Marke bis heute ihre größten Verkaufserfolge feiert.
Mercedes treibt in Essen schon einmal die Erwartungen auf die kommende S-Klasse in die Höhe. Die Schwaben stellen den Stammbaum ihrer Edellimousine vor, mit den Dienstwagen von Konrad Adenauer, Nelson Mandela und Helmut Kohl. Den Schlusspunkt setzt der getarnte Prototyp der kommenden S-Klasse-Baureihe W 221, die in diesem Jahr im September auf der IAA in Frankfurt die ungetarnte Weltpremiere feiern wird.
Daneben zeigen mehrere Mercedes-Clubs ihre aufpolierten Schmuckstücke. Audi feiert einmal mehr "25 Jahre Quattro-Modelle" und zeigt in Essen unter anderem den Ur-Quattro, den Quattro der Safari-Rallye von 1984 und den Quattro Pikes Peak aus dem Jahr 1987.
Ästheten wird es bei der diesjährigen Techno Classica aber vor allem zu Citroën ziehen. Dort wird einer Auto-Ikone gehuldigt, die 1955 erstmals enthüllt wurde: der Citroën DS 19. Das von Flaminio Bertoni gestaltete Auto galt damals als fahrender Modernismus schlechthin. Das nicht nur optisch, sondern auch technisch revolutionäre Auto mit Luftfederung - Fans nennen die Karosse ehrfurchtsvoll "die Göttin" - wird selbstverständlich im Zentrum des Messestandes in Essen stehen.
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