Donnerstag, 28. Juli 2016

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Drahtzieher der Anschläge getötet Belgische Polizei nimmt neun Verdächtige fest

Abdelhamid Abaaoud: Der IS-Terrorist und mutmaßliche Organisator der Anschläge von Paris ist tot
Islamistisches Propaganda-Magazin
Abdelhamid Abaaoud: Der IS-Terrorist und mutmaßliche Organisator der Anschläge von Paris ist tot

Attentäter haben Frankreichs Hauptstadt Paris mit Terror überzogen. Es ist die schwerste Anschlagserie in Europa seit mehr als zehn Jahren. Die wichtigsten Nachrichten im Ticker von manager-magazin.de.

17.45 Uhr: Bei den Razzien im Großraum Brüssel hat die Polizei neun Verdächtige zu Verhören mitgenommen. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die belgische Nachrichtenagentur Belga sprach von neun Festnahmen. Demnach standen die Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit dem Pariser Selbstmordattentäter Bilal Hadfi, der in Belgien lebte. So wurden Häuser von dessen Freunden und Familienangehörigen durchsucht. Die Untersuchung gegen Hadfi habe bereits Anfang 2015 begonnen, als dieser nach Syrien ausgereist war. Erst am Freitag solle über das weitere Vorgehen gegen diese Personen entschieden werden, eine sei bereits festgenommen worden. Die Aktionen fanden in den Brüsseler Bezirken Molenbeek, Uccle, Jette und Laeken statt.

16.30 Uhr: Frankreich macht den getöteten mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Paris auch für geplante weitere Angriffe verantwortlich. Abdelhamid Abaaoud könnte in den vereitelten Angriff auf den Thalys-Zug Ende August im belgisch-französischen Grenzgebiet verwickelt gewesen sein, erklärte Innenminister Bernard Cazeneuve. Auch für das geplante Attentat auf zwei Kirchen in Villejuif im Süden von Paris sei er mitverantwortlich. Insgesamt sei Abaaoud wohl für vier von insgesamt sechs vereitelten Anschlägen in Frankreich seit dem Frühling verantwortlich.

14.40 Uhr: Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE war Abaaoud wiederholt in Deutschland. Die Bundespolizei kontrollierte ihn am 20. Januar 2014 am Flughafen Köln/Bonn, als er von dort nach Istanbul fliegen wollte. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, hatte sich Abaaoud bereits 2007 einmal in Köln aufgehalten. Abaaoud galt als gefährlichster Extremist Belgiens und als Schlüsselfigur des Terrors von Paris.

14.15 Uhr: Es sei unklar, ob sich Abaaoud selbst in die Luft gesprengt hat oder nicht, teilt die Staatsanwaltschaft weiter mit.

13.45 Uhr: Der als mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge von Paris gesuchte Abdelhamid Abaaoud ist tot. Er starb bei der Polizeiaktion nördlich der französischen Hauptstadt am Mittwoch. Dies teilte die Pariser Staatsanwaltschaft nach der Untersuchung der Leiche mit.

13.30 Uhr: Bei den Razzien in Brüssel gegen mutmaßliche Islamisten hat die belgische Polizei eine Person festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Ministerpräsident Charles Michel kündigte an, man werde schärfer gegen Hassprediger vorgehen und die Befugnisse der Polizei erweitern. Belgien war in den Fokus der Ermittlungen gerückt, nachdem bekannt wurde, dass mindestens zwei der Attentäter von Paris im Brüsseler Viertel Molenbeek gelebt hatten.

Polizei im Brüsseler Stadtteil Molenbeek: Mehrere Razzien, eine Festnahme
13.15 Uhr: Die Gefahr durch islamistischen Terrorismus wird nach Einschätzung von BKA-Präsident Holger Münch noch länger bestehen. "Wir gehen nicht von einer kurzfristigen Bedrohung aus, sondern auf unabsehbare Zeit ist das eine zentrale Herausforderung für die Sicherheitslage in Deutschland", sagte Münch am Rande der Herbsttagung des Bundeskriminalamts (BKA) in Mainz. Die Zahl potenzieller Terroristen nehme zu, ebenso die internationale Vernetzung. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Mittwoch im ZDF gesagt: "Die Terrorgefahr wird längere Zeit bestehen bleiben in Europa und in Deutschland."

13 Uhr: Frankreichs Nationalversammlung billigt die Verlängerung des Ausnahmezustandes auf drei Monate. Die Zustimmung des Senats wird am Freitag erwartet.

12.30 Uhr: Die EU-Innenminister wollen am Freitag beschließen, die Passkontrollen an den Außengrenzen des Schengen-Gebietes zu verschärfen. Das geht aus dem Entwurf des Abschlussdokuments ihrer Ratstagung hervor.

Polizei in Straßburg: Beamte sollen ihre Waffe künftig auch außer Dienst tragen und benutzen dürfen
11.50 Uhr: Französische Polizisten erhalten im Rahmen des Ausnahmezustandes das Recht, auch außerhalb des Dienstes ihre Schusswaffe zu tragen, um sich selbst und die Bürger an öffentlichen Plätzen schützen zu können. Das teilte ein Polizeisprecher mit.

11 Uhr: Russland hat einen neuen UN-Resolutionsentwurf zur Terror-Bekämpfung eingebracht. Dieser Text sei für alle akzeptabel, die "wirklich gegen den Terrorismus kämpfen wollen", sagte Moskaus UN-Botschafter Vitali Tschurkin. Während Russland Syriens Machthaber Baschar al-Assad in den Kampf einbeziehen will, bekräftigte US-Präsident Barack Obama die Forderung nach dessen Entmachtung. "Wir rufen zu einer engeren Zusammenarbeit all' derer auf, die in Syrien und im Irak kämpfen", sagte Tschurkin in New York. Der Sicherheitsrat strebe eine Einigung an, er sehe "keine große Kluft".

Der französische Präsident François Hollande hatte nach den Anschlägen in Paris eine rasche Resolution des Sicherheitsrates zur Verstärkung des Kampfes gegen den Islamischen Staat (IS) gefordert, der sich zu den Anschlägen bekannt hat. Paris will dafür einen eigenen Entwurf in New York einbringen. Der russische Vorschlag werde nun "sorgfältig geprüft", um zu sehen, ob Teile davon in den französischen Resolutionsentwurf aufgenommen werden könnten, sagte Frankreichs UN-Botschafter François Delattre.

10.30 Uhr: In Belgien hat die Polizei mit neuen Razzien begonnen. Es gebe sechs Durchsuchungen in der Region Brüssel, darunter auch im Stadtteil Molenbeek, sagte ein Sprecher der belgischen Generalstaatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur AFP. Die Razzien stehen demnach in "Verbindung mit Bilal Hadfi", einem der Selbstmordattentäter von Paris.

Abdelhamid Abaaoud: Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris soll bei der Polizeirazzia in Saint-Denis gestern getötet worden sein
DPA/ Islamistisches Propagandavideo
Abdelhamid Abaaoud: Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris soll bei der Polizeirazzia in Saint-Denis gestern getötet worden sein
9.40 Uhr: Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, ist einem Medienbericht zufolge tot. Dies berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf Geheimdienstkreise. Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärt, bei der Polizeirazzia in Saint-Denis sei ein "Team von Terroristen" ausgeschaltet worden, das neue Angriffe geplant habe.

9.15 Uhr: US-Präsident Barack Obama hält eine politische Lösung des Syrien-Konflikts für nötig, um die Extremistenmiliz Islamischer Staat zu zerschlagen. Eine derartige Vereinbarung könne es aber nicht geben, solange Syriens Präsident Baschar al-Assad im Amt sei, sagt Obama.

8.45 Uhr: Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), hat einen verstärkten Einsatz der Bundeswehr im Inneren im Zuge der Anschläge von Paris erneut abgelehnt. Die Bundeswehr entlaste die Behörden bereits bei "ordnenden Aufgaben", etwa bei der "Bewältigung der Antragswelle" im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), sagte Bartels im "Morgenmagazin" der ARD. "Polizeiaufgaben sind nicht ihre Sache." Es gebe eine klare Grenze zwischen militärischen Aufgaben und dem, was die Polizei hoheitlich tun dürfe, fuhr Bartels fort. Auch Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, die Sicherheitsbehörden in Deutschland seien "wachsam und gut aufgestellt". Für einen Einsatz der Bundeswehr im Inneren sehe er in der derzeitigen Lage "keinen Bedarf".

7.42 Uhr: Ein Flugzeug auf dem Weg von Warschau ins ägyptische Hurghada macht offiziellen Angaben zufolge wegen einer Bombendrohung eine Notlandung im bulgarischen Burgas.

6.50 Uhr: Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger, erklärt im Deutschlandfunk, es gebe keine konkreten Hinweise auf Anschläge. Zugleich sagt Jäger, es bestehe eine hohe Anschlagsgefahr in Deutschland.

6.45 Uhr: Japan will nach den Pariser Anschlägen seine Geheimdienstarbeit stärken. Ein Regierungssprecher kündigt an, eine neue Einheit zu gründen, die sich ausschließlich mit dem Sammeln von Informationen über internationalen Terrorismus befasst.

6.30 Uhr: Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser. Über die neuesten Entwicklungen nach den Anschlägen von Paris halten wir Sie auch heute mit diesem Ticker auf dem Laufenden.

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