Mittwoch, 14. November 2018

Risiken aus Kartellverfahren - kaum noch Gewinn in diesem Jahr Gewinnwarnung schickt Thyssenkrupp in die Tiefe

Thyssenkrupp-Zentrale in Essen: Gewinnwarnung und Kursrutsch

Der Industriekonzern Thyssenkrupp rechnet wegen Risiken aus einem Kartellverfahren im Geschäftsjahr 2017/18 kaum noch mit Gewinn. Die Aktionäre reagierten mit einem Abverkauf auf die Nachricht.

Es sei lediglich ein Überschuss von 100 Millionen Euro zu erwarten, teilte der Konzern am Donnerstagabend nach Börsenschluss in Essen mit. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 271 Millionen Euro eingefahren. Die Prognose für den bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) wurde zudem von 1,8 Milliarden auf 1,6 Milliarden Euro gesenkt.

Der Aktienkurs von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen gab im Anschluss an die Veröffentlichung nachbörslich auf Tradegate um rund 5,6 Prozent nach.

Mögliche Absprachen bei Stahlpreisen

Grund für die verschlechterten Erwartungen seien neue Entwicklungen im Ermittlungsverfahren wegen möglicher Absprachen bei Stahlpreisen, hieß es in der Mitteilung. Man habe sich zur Bildung von Rückstellungen entschieden, da man "erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht ausschließen" könne. Thyssen treibe die Untersuchungen im Konzern "mit externer Unterstützung" voran.

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Hinzu kämen Risiken im Geschäftsbereich Components Technology - hier seien ebenfalls Rückstellungen gebildet worden - sowie Probleme bei Steel Europe und Elevator Technology.

Die Zahlen für das gesamte Geschäftsjahr, das am 30. September abgelaufen ist, sollen wie bislang geplant am 21. November vorgelegt werden.

Umbau: Thyssenkrupp probiert es mit Zerschlagung

Thyssenkrupp versucht derzeit, die Profitabilität seiner Geschäftsbereiche zu erhöhen und Kosten einzusparen, vor allem in der Konzernzentrale, dem schwächelnden Anlagen- und Schiffbau sowie im Aufzugsgeschäft

la/dpa/reuters

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