Samstag, 25. Juni 2016

Millionen-Vergleich in USA Red Bull verleiht doch keine Flügel

Red Bull: Achtung Achtung - man kann nach dem Trinken gar nicht fliegen

So etwas funktioniert nur in den USA: Wer dort eine Dose Red Bull gekauft und sich gewundert hat, dass ihm keine Flügel wachsen, kann eine Entschädigung beantragen.

Hamburg - Es ist einer der Fälle, die eigentlich nur in den USA passieren können. Der österreichische Limonadevermarkter Red Bull zahlt mehr als 13 Millionen Dollar, um einer Massenklage in den USA zu entgehen.

Gleich mehrere Kläger hatten Red Bull wegen der angeblich beflügelnden Wirkung seiner Energydrinks verklagt. Sie warfen Red Bull vor, die Kunden mit dem Werbespruch zu täuschen und damit zum Kauf seiner hochpreisigen Limonade zu animieren. Dabei habe Red Bull in etwa die gleiche Wirkung wie eine durchschnittliche Dosis Koffein, wie sie in handelsüblichem Kaffe enthalten sei, argumentierte einer der Kläger laut dem Jusitzblog Law360 in seiner im Jahr 2013 eingereichten Klage. Auch günstigeren Energydrinks sei das Getränk der Österreicher nicht unbedingt überlegen.

Red Bull bestreitet die Vorwürfe, wirbt dem Bericht zufolge in den USA - anders als in Europa - aber nicht mehr mit dem umstrittenen Slogan. Auch Gerichtskosten bis zu 4,75 Millionen Dollar will das Unternehmen dem Bericht zufolge übernehmen.

Als Folge der Einigung kann nun jeder, der zwischen Januar 2002 und dem 3.Oktober 2014 zumindest einen Getränk von Red Bull in den USA gekauft hat, bis März 2015 eine Entschädigung beantragen: Entweder 10 Dollar in bar oder Red Bull Produkte im Wert von rund 15 Dollar, wie die zuständigen Kanzleien Morelli Alters Ratner, Kaplan Fox & Kilsheimer LLP mitteilten.

Sind alle Ansprüche eingegangen, will das Gericht dann im Mai 2015 über die Auszahlung entscheiden, die den Höchstbetrag von 13 Millionen Dollar allerdings nicht übertreffen soll. Das bedeutet: Wenn 13 Millionen Menschen Ansprüche anmelden, wird die Auszahlung an jeden einzelnen die Summe von 1 Dollar nicht überschreiten.

Red Bull akzeptierte den Vergleich nach eigenen Angaben, um keine Zeit mit einem kostspieligen Gerichtsverfahren zu vergeuden. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass seine Werbung immer die Tatsachen widergespiegelt habe. Der Vergleich muss noch von dem Gericht bestätigt werden.

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