Freitag, 15. Dezember 2017

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Wissenschaftlich bewiesen Montag ist der schlimmste Tag

Montagsblues: Es kann jeden treffen - und vor allem trifft es viele

51 Jahre nach dem Hit "Monday, Monday" hat die Wissenschaft nun bewiesen, dass The Mamas and the Papas Recht hatten, als sie sangen: " Every other day of the week is fine, yeah/ But whenever Monday comes, you can find me cryin' all of the time". Montagsautos, Montagsblues und depressive Cartoonkatzen - das basiert auf mehr als auf einem vagen Gefühl, wie das Portal Quartz berichtet.

An der US-amerikanischen Universität von Vermont hat das Complex Systems Center Twitter-Posts auf die darin herrschende Stimmung untersucht. Befund: Am Montag ist die Stimmung mit Abstand am schlechtesten. Den Rest der Woche über wird es langsam besser; am Samstag ist sie am besten - und am nächsten Montag rauscht sie dann wieder in den Keller.

Die analysierten Daten gehen bis 2008 zurück. Das "Hedonometer" der Wissenschaftler nimmt täglich eine Zufallsprobe von rund 50 Millionen einzelnen Tweets. Das ist ungefähr ein Zehntel des Gesamttraffics bei Twitter. Untersucht wird, welche von 10.000 weit verbreiteten Begriffen in zehn Sprachen darin vorkommen und welcher Stimmung sie entsprechen (hier ist die Liste).

Mit diesem Instrument lässt sich auch messen, wie die Twitter-Community auf Ereignisse wie den Massenmord in Las Vegas am 2. Oktober reagierte. Dieser Tag sei auf Twitter der traurigste seit Beginn der Messungen gewesen, berichteten die Wissenschaftler. Ein ähnliches Tief hatte es bereits am 2. Mai 2011 gegeben, dem Tag, als Osama bin Laden getötet wurde. Dabei habe es sich aber nicht um Trauer um bin Laden selbst gehandelt, sondern die Sprache reflektiere, dass "ein sehr negativ bewertete Persönlichkeit ein sehr negatives Ende fand", so die Forscher.

Das Tool der Stimmungsbewertung kann so auch gesamtgesellschaftliche Trends erfassen - und langfristig vielleicht sogar verstehen helfen, wie man das Glück in der Welt mehren kann. Das Team um die Wissenschaftler Peter Dodds und Chris Danforth will als nächstes auch weitere Quellen für das Hedonometer auswerten, darunter journalistische Seiten, Google Trends und den Kurz-URL-Dienst Bit.ly.

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