Dienstag, 20. November 2018

Spielzeuge für Milliardäre Markt für Superyachten wächst - dies sind die teuersten

Teuerste Yacht der Welt: Die "Dilbar" des russischen Metall-Magnaten Alischer Usmanow ist Experten zufolge mehr als eine halbe Milliarde Dollar wert.
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Teuerste Yacht der Welt: Die "Dilbar" des russischen Metall-Magnaten Alischer Usmanow ist Experten zufolge mehr als eine halbe Milliarde Dollar wert.

Vielen mag es schwerfallen, Mitleid zu empfinden, aber es ist tatsächlich so: Die Anbieter und Verkäufer von Superyachten haben schwierige Jahre hinter sich. Die große Finanz- und Wirtschaftskrise vor rund zehn Jahren ließ das Geschäft mit den prestigeträchtig großformatigen Privatbooten mit Längen von 100 Metern und mehr förmlich einbrechen. Die weltweit ohnehin überschaubare Klientel, die für den Kauf solcher Schiffe in Frage kommt, wurde durch den Niedergang der Wirtschaft zusätzlich dezimiert beziehungsweise zurückhaltender. Folge: Die Bestellungen sanken um 90 Prozent, und etwa die Hälfte der Spezialwerften, die diesen Nischenmarkt bedienen, mussten seinerzeit aufgeben.

Diese Krise ist inzwischen jedoch überwunden. Wie der Finanznachrichtendienst Bloomberg mit Verweis auf Daten der Schiffsinfo-Firma Vesselsvalue berichtet, legt das Geschäft mit Superyachten inzwischen von Jahr zu Jahr wieder kräftig zu. 300 Großyachten wurden demnach weltweit bis Mitte Oktober dieses Jahres bereits verkauft, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 249. Dabei war 2017 bereits ein gutes Jahr für die Superyacht-Branche: Der Umsatz stieg laut Vesselsvalue gegenüber 2016 um 21 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro.


Schön anzuschauen: Das sind die teuersten Luxusyachten der Welt


Das Comeback des Marktes erscheint umso bemerkenswerter, weil eine Superyacht nach wie vor selbst für Milliardäre unter rationalen Gesichtspunkten kein sehr attraktives Anlagegut zu sein scheint: Zu hohen Anschaffungspreisen im dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich kommen laufende Kosten, die Jahr für Jahr in die mehrstelligen Millionen gehen können. Wer ein Objekt schließlich wieder zu Geld machen will, muss zudem in der Regel ein Minus hinnehmen, denn Experten zufolge bringen diese Objekte selten wieder ein, was ursprünglich für sie auf den Tisch gelegt wurde.

Hinzu kommt noch das Problem, dass es nur eine sehr überschaubare Zahl von Käufern gibt, die über das nötige Kleingeld verfügen, um sich eine solche Anschaffung überhaupt leisten zu können. So gibt es rund um den Globus nur etwa 1500 bis 2000 Ultrareiche, die den Markt bewegen, schätzt William Mathieson, Chef des Medienunternehmens Superyacht Group. Leute also, die neue Boote kaufen, sie später auf dem Zweitmarkt wieder verkaufen, und dann erneut neue Boote erstehen.

Trotz allem ist die weltweite Flotte der Superyachten im Laufe der Jahre zu beachtlicher Größe angewachsen. Vesselsvalue zählt gegenwärtig insgesamt 6245 Schiffe zu dieser Kategorie. Zusammen haben sie einen Wert von 77,3 Milliarden Dollar (etwa 68 Milliarden Euro), so die Info-Firma. Allein die teuersten 25 Yachten, die zurzeit auf den Weltmeeren unterwegs sind, sind zusammen 7,5 Milliarden Dollar wert, so das Unternehmen.

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