Freitag, 18. Januar 2019

Bad-Ausrüster Japaner übernehmen Traditionsfirma Grohe

Badarmatur "Power and Soul" von Grohe: Die japanische Lixil dreht den Geldhahn auf

Nach monatelanger Brautschau hat bei Europas größtem Badezimmer-Ausrüster Grohe der japanische Konkurrent Lixil das Rennen gemacht. Der Milliardendeal ist die bislang größte Investition eines japanischen Unternehmens in Deutschland.

Düsseldorf - Der Badarmaturen-Hersteller Grohe wird vom japanischen Lixil-Konzern übernommen. Lixil erwerbe gemeinsam mit der Development Bank of Japan 87,5 Prozent der Anteile, teilte Grohe am Donnerstag in Düsseldorf mit. Der Wert der Beteiligung liegt hochgerechnet bei 2,68 Milliarden Euro.

Dies sei die größte jemals getätigte Investition eines japanischen Unternehmens in Deutschland, berichtete Grohe. Sie werde voraussichtlich im ersten Quartal 2014 abgeschlossen. Beide Firmen kommen im Sanitärgeschäft zusammen auf einen Jahresumsatz von mehr als vier Milliarden Euro. "Damit entsteht das größte Unternehmen der Branche", so Grohe. Verkäufer des deutschen Armaturenherstellers sind die Finanzinvestoren TPG und DLJ Merchant Banking Partners.

Die Grohe-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 9000 Mitarbeiter, 2300 davon an drei deutschen Produktionsstandorten. Insgesamt hat die Grohe-Gruppe 2012 einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro erzielt.

Der Verkauf an den Grohe-Wettbewerber Lixil hat für die Finanzinvestoren den Charme, das Unternehmen auf einen Schlag loszuwerden. Bei einem Börsengang würden TPG und die Private-Equity-Sparte von Credit Suisse nur einen Teil ihrer Anteile verkaufen. Damit gingen sie das Risiko ein, lange auf einen guten Zeitpunkt für die Veräußerung der restlichen Anteile warten zu müssen.

TPG und Credit Suisse hatten 2004 für Grohe 1,5 Milliarden Euro bezahlt. Ihre Umstrukturierungsmaßnahmen lösten wenig später die "Heuschreckendebatte" um die Rolle von Finanzinvestoren in der deutschen Wirtschaft aus.

la/kst/reuters

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