Sonntag, 22. Oktober 2017

Über das Zusammenspiel von Laufschuhen und Lauftechnik Nie mehr verletzt!

Der optimale Laufschuh: Acht Tipps zum Laufschuh-Kauf
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imago stock&people

Sportunfälle passieren, davor kann Sie niemand schützen. Aber Beschwerden durch Überbelastung - die können wir verhindern. Daher erfahren Sie in diesem Artikel eine Menge über Laufschuhe und Lauftechnik und warum diese Themen unbedingt zusammen betrachtet werden müssen.

"Praktizieren Sie das natürliche Mittelfußlaufen in leichten Neutralschuhen mit möglichst geringer Sprengung und ergänzen Sie Ihr Laufprogramm durch moderates Lauftechniktraining", so wird mein Fazit dieses Artikels aussehen. Doch es lohnt sich weiter zu lesen, denn nur, wenn Sie das Warum verstehen, werden Sie bereit sein, meinen Empfehlungen auch zu folgen.

Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, dass ich seit 1993 regelmäßig laufe, bis zu 4000 Kilometer pro Jahr und seither über 130 Marathons gefinisht habe. Im Jahr 2055 plane ich den Marathonweltrekord der Männer über 90 zu brechen. Dafür darf ich dann wahrscheinlich kaum länger als fünf Stunden benötigen dürfen, wir werden sehen.

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Ich laufe also viel, plane auch noch viel zu laufen und Verletzungen sind etwas, was ich überhaupt nicht leiden kann. Daher tue ich einiges dagegen. Nicht viel, aber Wesentliches, und dieses Knowhow möchte ich mit Ihnen teilen. Legen wir los:

Andreas Butz
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    Andreas Butz ist einer der gefragtesten Laufexperten in Deutschland. Der gelernte Banker und über 120-fache Marathonläufer trainiert und motiviert Menschen und Unternehmen. Sein Credo: "Laufen ist der kürzeste Weg zu allem, was Menschen erfolgreich macht: Kreativität, Motivation, Energie, Strahlkraft und natürlich Vitalität". Er hat zahlreiche Laufbücher geschrieben, 2015 erschien "Schwitzen für Erfolg - In Laufschuhen Karriere machen". www.andreasbutz.com

Angeblich sind 30 Prozent aller Läufer mindestens einmal im Jahr verletzt. Dies liest man immer wieder. Bei den meisten Verletzungen handelt es sich demnach um Überbelastungserscheinungen. Nur der kleinere Teil rührt hingegen von Sportunfällen. Letztere wirken sich dann in Form von Bänderverletzungen, Knochenbrüchen, Meniskus- und Muskelfaserrissen, Zerrungen oder auch nur durch das lästige Aufreiben der Brustwarzen aus.

Überbelastungssyndrome - und damit der weitaus größere Teil der Verletzungen - gilt es jedoch zu vermeiden. Dabei kann es sich um Beschwerden handeln wie Achillessehnenbeschwerden, Blasen, blaue Zehennägel, Burnout, Ermüdungsbrüche, Fersensporn, Hühneraugen, ISG-Beschwerden, Läuferknie, Mangelerscheinungen (zum Beispiel Wadenkrämpfe), Patella Spitzensyndrom, Rückenschmerzen, Scheuersyndrom am Knie, Senk-, Platt-, Spreizfuß, Schienbeinkantensyndrom und noch einiges mehr. Der eine oder andere medizinische Experte wird mir nun vielleicht "grobe Vereinfachung" vorwerfen wollen, aber an dieser Stelle, kann ich nicht ins Detail gehen. Mir geht es um die überwiegende Mehrheit der Verletzungen, und die sind meist selbstverschuldet.

Der Schuh drückt

Manchmal hängen die Überbelastungen mit a) der falschen Schuhwahl zusammen, manchmal mit b) Fehlbelastungen und manchmal auch c) mit der Unterlassung von Verletzungen vorbeugendem Training. Das heißt, dagegen können wir was tun.

Von falscher Schuhwahl (a) kann die Rede sein, wenn der Laufschuh nicht zur Lauftechnik passt. Fersenläufer brauchen Schuhe für Fersenläufer, gedämpft im Fersenbereich, während sich Sprinter in haudünnen Spikes wohl fühlen und nur mit dem Ballen den Boden berühren.

Die überwiegende Mehrheit der Läufer wird wahrscheinlich Mittelfußläufer sein und genau hierfür sollte man die richtigen Schuhe haben - aber dazu später mehr. Wenn Fersenläufer nämlich mit den Schuhen für Mittelfußläufern trainieren, dann führt das ebenso unweigerlich zu Problemen, wie auch der umgekehrte Fall. Mit anderen Worten: Laufschuh und Lauftechnik müssen auf einander abgestimmt sein.

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Fehlbelastungen (b) hängen oft mit dieser falschen Schuhwahl zusammen, meist gepaart mit intensivem Training. Denn je häufiger ich in falschen Schuhen laufe, umso regelmäßiger kommt dieser falsche Reiz und irgendwann das Problem.

Aber auch wenn man die für den eigenen Laufstil passenden Laufschuhe hat, stellen wir uns jetzt der Einfachhalt halber den Sprinter in Spikes vor, dann kann es zu Überbelastungen kommen, wenn die geforderte Muskulatur auf diesen Reiz nicht vorbereitet, zu wenig dafür trainiert wurde (c).

Es gibt verschiedene Laufstile, unterschieden nach dem Aufsetz- und Abrollverhalten, die in Abhängigkeit der erreichten Laufgeschwindigkeit, der individuellen Athletik bzw. der geschulten Bewegungsökonomie unbewusst oder bewusst angewendet werden.

Zu unterscheiden sind das Fersenfußlaufen, das Vorfußlaufen und das Mittelfußlaufen. Möchten Läufer ihren Laufstil verändern, gelingt dies nur mit intensivem Lauftechniktraining, sogenannten Lauf-ABC-Übungen.

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