Samstag, 10. Dezember 2016

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Pappnasen? Not welcome! Das unglaubliche Flüchtlingsdrama des Frohsinns

Karneval im März: Unbegleitete Mariechen sind willkommen

Am Aschermittwoch ist alles vorbei? Von wegen. Die fünfte Jahreszeit ist bald auch noch mindestens Nummer drei und vier. Im närrischen Treiben gerät der gregorianische Kalender komplett in Vergessenheit. Der am 8. Februar verwehte Düsseldorfer Rosenmontagszug soll nun an einem Sonntag (geht's noch?) nachgeholt werden, nämlich am 13. März. Die Mainzer wollen die Vermummungsdemo im Mai oder Juni recyclen.

Dietmar Student
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Dietmar Student
Die Kölner sind froh es hinter sich zu haben. In der Domstadt ging bekanntlich, als einziger Karnevalshochburg, d'r Zoch pünktlich und nahezu regelkonform ab (nur ohne Pferde). Die Bilanz der dortigen Possenreißer fällt dramatisch aus. Was keiner für möglich gehalten hatte: Ja, es ist zum ungebremsten Zuzug aus Karneval-Krisengebieten gekommen.

Der Rechercheverbund aus "Kölner Stadt-Anzeiger", "Rheinische Post" und "Mainzer Allgemeine" hat Erschreckendes investigiert. Wir zeichnen die tollen Tage nach, sofern man die in Panik notierte Niederschrift überhaupt noch entziffern kann.

  • "Wolle mer se reinlasse?" Nur kurz diskutiert der Kölner Elferrat über die Frage, dann ist klar - schließlich handelt es sich vor allem um Düsseldorfer: Natürlich nicht! Aber lässt sich die Jeckengrenze so ohne weiteres schließen?
  • Flüchtlingsboote auf dem Rhein werden unter OEWC-Beobachtung umgeleitet in die Emscher. Wollen doch mal sehen, wie viel Karnevalstimmung in dem vom Volksmund "Köttelbecke" genannten Gewässer dann noch aufkommt.
  • Die Koblenzer Stadtregierung wird aufgefordert, die Einreise über die Bützche-Route von Rottweil über Mainz nach Köln stärker zu kontrollieren, zur Not Gulaschkanonen und ein Bataillon Motivwagen in die Gefahrenzone zu verlegen.
  • Ja, es gibt einen Plan B: Helau-Flüchtlinge sollen auf der anderen Rheinseite, in rechtsrheinischen Aufnahmezentren, solange registriert werden, bis die Karnevalsschminke verlaufen ist - Hotspot Köln-Kalk.
  • Der uneingeschränkte Funken-Nachzug wird verboten. Aber, na klar: Unbegleitete Mariechen sind willkommen.
  • Reine Wirtschaftsflüchtlinge, die nur zum Saufen kommen und sich der Schunkel-, Strüßcher- und Kamellekultur verweigern, werden noch in abstinentem Zustand abgewiesen.
  • Radschläger ohne Bleibeperspektive sollen in sichere, garantiert fastnachtsfreie Drittstaaten abgeschoben werden, zum Beispiel nach Südossetien oder Nordgrönland.

Es war nicht anders zu erwarten: Bayern will um keinen Preis Rheinländer, egal welcher Provenienz, aufnehmen. Aus der Staatskanzlei kommt die Vorhaltung, Prinzenpaare und Dreigestirne seien "Herrschaften des Unrechts" - was nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Ohnehin sei das Narren-Boot mit Einheimischen schon randvoll. Zu groß seien obendrein die kulturellen Differenzen und Sprachbarrieren: "Ja mei, der Rheinländer singt, wenn er spricht."

Die Wirtschaftsglosse im manager magazin
Jeden Freitag eröffnen Autoren aus der Print- und Onlineredaktion von manager magazin einen anderen Blickwinkel auf das Wirtschaftsgeschehen: Weniger kursrelevant, aber am Ende des Tages umso unterhaltsamer.
Alaaf-Konvertiten haben Anspruch auf Integration, man ist schließlich kein Unmensch. Voran gestellt wird der unumgängliche Toleranztest: "Jede Jeck is anders." Als Kochkurs wird angeboten: "Ätze, Bunne, Linse - dat sinse." Die Hülsenfrucht-Frühjahrsdiät mit Horst Lichter. Es gibt Unterweisungen in Religion: "Dä Herrjott muss ne Kölsche sin". Mit Kardinal Woelki. Auch über das Verhältnis zum Eigentum, immer wieder Anlass für Missverständnisse mit dem so genannten Altbierstaat (AS), muss gesprochen werden: "Mer losse d'r Dom (gefälligst) in Kölle!" - Taschenkontrollen sind leider unvermeidlich.

Die Stadt Düsseldorf lehnt es ab, nicht anerkannte Alaaf-Bewerber zurück zu nehmen.

Erst, als Köln drei Milliarden Kamelle zusagt, die Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt AG in Düsseldorf-Kölner AG umbenennt und zudem den örtlichen Eishockeyclub, die Kölner Haie, aus der Bundesliga abmeldet, lassen die Düsseldorfer mit sich reden.

Tolldreiste Kölner (Man ist offenbar vor nix fies) wollen doch glatt am 13. März zum zweiten Mal Rosenmontag feiern - in der verbotenen Stadt! 700 Zusagen gab es schon Mitte Februar via Facebook. Die offizielle Mission lautet allerdings: Entwicklungshilfe.

Sollten diese Aufzeichnungen jemals an die Öffentlichkeit gelangen, stehen die schlimmsten Repressalien zu befürchten. Allerdings ist fraglich, ob der Zug überhaupt loszuckelt. Das astronomische Institut des Deutschen Wetterdienstes warnt jedenfalls vor Schunkelorgien und Stampf-Polonaisen. Es bestünde die Gefahr von Gravitationswellen.

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