Freitag, 27. April 2018

Selbstbestimmt in der digitalen Welt glücklicher werden Haben Sie Ihr Handy im Griff? Oder das Handy Sie?

Top Ten: So gelingt die digitale Selbstbestimmung
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Ilona Bürgel
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    Die Psychologin Ilona Bürgel zählt zu den führenden Vertretern der Positiven Psychologie im deutschsprachigen Raum. Wie ein roter Faden zieht sich die Einladung zu einem Perspektivwechsel durch ihre Arbeit - weg von der Fixierung auf äußere Bedingungen in unserer sich ständig ändernden Welt, hin zum guten Umgang mit sich selbst. Sie will aufzeigen, wie der Spagat zwischen Lust auf Leistung und Erhalt der eigenen Ressourcen gelingen kann. Nach 15 Jahren in Führungspositionen ist sie heute Referentin, Beraterin, Autorin und Kolumnistin. Sie wurde vom Ministerium für Wirtschaft und Energie als Vorbildunternehmerin ausgezeichnet. Ilona Bürgel lebt und arbeitet in Dresden und im dänischen Århus.

Ich komme am Bahnhof an und warte auf meinen Zug. Um in Ruhe zu reisen, bin ich gern einige Minuten früher da. In Ruhe? Kaum sagt mir die Anzeige auf dem Bahnsteig, dass ich richtig bin, tue ich was? Ich greife nach meinem Handy. Reflektiere ich die Motive, sind sie logisch und üblich: Produktiv sein zu wollen und die Zeit zu nutzen. Oder aber - und hier stutze ich: Zeit zu überbrücken, um nicht zu sagen, totzuschlagen. Aber: Wenn ich jetzt "mal schnell" E-Mails lese und "wegarbeite" - wie sinnvoll ist das? Was macht es mit mir und warum ist mein Handy zur Droge mutiert?

Lassen Sie uns die Arbeitswelt 4.0, charakterisiert in erster Linie durch die Digitalisierung, einmal unter menschlichen Gesichtspunkten betrachten.

Sieben negative Gewohnheiten, die Sie unglücklich im Job machen

Jeder spricht darüber, jeder ist irgendwie dabei. Allerorten wird über neue Technik, die keiner will, Software-Updates, die nicht funktionieren, Clouds, die man nutzen soll, aber nicht möchte, geklagt. Andererseits sagen Erwachsene in Deutschland in Umfragen, dass sie insbesondere die Orts- und Zeitunabhängigkeit, die sie uns ermöglicht, schätzen. Das Home office erfreut sich großer Beliebtheit, wir können Zugtickets buchen oder Gesetzesnovellen nachlesen, wann und wo immer wir wollen. Doch oft tappen wir blind in die damit einhergehenden Fallen:

Wieso haben die neuen Medien einen so großen Einfluss auf uns?

Mich interessiert besonders der Suchtfaktor der digitalen Welt. Woran Sie ihn erkennen? Beispielsweise daran, dass Sie morgens zuerst Ihre E-Mails öffnen, anstatt sich mental auf den Tag einzustimmen und Ihre Prioritäten selbst festzulegen. Schauen Sie in Ihre E-Mails, sind Sie sofort fremdbestimmt. Oder daran, dass Sie nachts das Handy mal schnell auf neue Nachrichten checken. Natürlich reden wir uns ein, dass wir dies aus Gründen der Fürsorge tun, weil Kindern oder Eltern etwas passiert sein könnte.

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