Mittwoch, 22. November 2017

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Neuer Spitzenreiter gekürt Die weltgrößten Segelyachten

Ranking: Die größten Segelyachten der Welt
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TheYachtPhoto.com/Peter Seyfferth

Boote Exclusiv

Heft 5/2017

Die Welt der Superyachten

www.boote-exclusiv.com

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Im Ranking der größten Segelyachten der Welt lässt die neue Sailing Yacht A die Konkurrenz lässig hinter sich. Mit 142,81 Metern Länge ist sie knapp 50 Meter länger als der Dreimastschoner Eos, der zehn Jahre lang die Liste anführte - und sich nun auf Platz 3 wiederfindet. Boote-Exclusiv-Chefredakteur Marcus Krall erläutert, was das Besondere an dem Schiff ist.

manager-magazin.de: Herr Krall, ist es tatsächlich nur die Länge - oder was macht die A so besonders?

Marcus Krall: Die Gestaltung ist natürlich Geschmackssache, aber die Technik sucht ihresgleichen. Die Masten ragen bis zu 100 Meter empor und tragen 4500 Quadratmeter Segel, es gibt ein Fenster im Rumpf, so dass man quasi ein fahrendes Aquarium hat - und was wirklich selten ist: Die Räume sind zum Teil mehr als fünf Meter hoch, weil man zum Teil auf die Zwischenböden verzichtet hat. Normalerweise wird man in Yachten kaum eine Raumhöhe von mehr als 2,70 Meter finden.

mm.de: Was macht man mit so einem Schiff?

Krall: Gute Frage. Die kann ich auch nicht beantworten. Viel segeln wird die A wohl nicht, auch wenn es schon Testfahrten unter Segeln gab. Aber so ein Schiff ist mehr ein Statusobjekt, das nicht viel durch die Gegend fahren wird. Zugelassen ist die A übrigens als Motoryacht mit Segelunterstützung. Sie gehört aber trotzdem in das Segelyachten-Ranking - jeder, der sie sieht, ordnet sie sofort als Segelschiff ein.

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mm.de: Was ist denn teurer - eine Mega-Motoryacht oder eine Segelyacht?

Krall: Motoryachten sind deutlich teurer. Für die A, die im Grunde ja beides ist, liegen die Schätzungen des Preises bei rund 400 Millionen Euro. Es ist aber interessant, dass es nicht so viele Neueinträge im Segelyachten-Ranking gibt. Der Markt ist definitiv unter Druck. Die Leute kaufen lieber Motoryachten, weil die im Regelfall deutlich komfortabler sind und bei weniger Länge mehr Volumen haben und damit auch viel mehr Spielraum für die Innenausstatter bieten. Es mag auch eine Generationenfrage sein - die meisten Segelyacht-Eigner sind schon älter, die Kundschaft wächst nur wenig nach.

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mm.de: Der Milliardär Andrei Melnitschenko, dem die A gehört, ist gerade mal 45 Jahre alt.

Krall: Ja. Es gibt ja auch weltweit nur eine Handvoll von Superreichen, die sich so etwas überhaupt leisten können. Bisher wollte halt keiner, so konnte sich die Eos über zehn Jahre auf Platz eins unseres Rankings halten. Und auch Melnitschenko hatte ja zuerst die Motoryacht A bauen lassen.

mm.de: Hat das überhaupt noch mit Segeln zu tun, wenn man mit so einem Riesenkreuzer unterwegs ist?

Krall: Definitiv. Es geht nichts über das Gefühl, auf einem Segelschiff unterwegs zu sein. Dabei ist die Größe allerdings nicht der entscheidende Faktor. Wenn ich mir eine Superyacht bauen könnte, würden mir 50 Meter völlig ausreichen.

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