Montag, 19. November 2018

Deutsche Telekom US-Geschäft brummt, Telekom erhöht Prognose

Deutsche Telekom: Vor allem das Geschäft von T-Mobile US macht Freude
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Deutsche Telekom: Vor allem das Geschäft von T-Mobile US macht Freude

Die Deutsche Telekom wird vor allem dank ihres florierenden US-Geschäfts erneut zuversichtlicher. Der Konzern rechnet beim operativen Ergebnis im Gesamtjahr nun mit rund 200 Millionen Euro mehr als bisher, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Bonn mitteilte. In den USA gewinnt der Konzern weiter viele Kunden und verdient immer besser, aber auch in den anderen Regionen lief es besser. "Es geht in allen Bereichen des Konzerns bergauf", sagte Telekom-Chef Tim Höttges.

Da die US-Sparte der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen ihre eigene Prognose erneut erhöht hatte, hatten Analysten ein höheres Ziel beim operativen Ergebnis gerechnet. Es ist bereits die dritte Prognoseerhöhung für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in diesem Jahr, das nun auf Basis der Wechselkurse von vergangenem Jahr 23,6 Milliarden Euro erreichen soll.

Aussicht auf höhere Dividende

Am Markt kam aber vor allem die Aussicht auf eine höhere Dividende gut an, denn auch bei der Entwicklung der freien Barmittel ist die Telekom nun optimistischer. An den sogenannten Free Cashflow hat der Konzern die Ausschüttung an die T-Aktionäre geknüpft. "Das ist ein starkes Signal der Zuversicht", sagte Höttges. Die Ausschüttung von Dividenden sowie Zahlungen für Mobilfunklizenzen ausgeklammert soll der Barmittelzuflusses im Gesamtjahr bei rund 6,3 Milliarden Euro liegen und damit 100 Millionen höher ausfallen. Die Aktie legte knapp ein Prozent zu.

Auch in Deutschland, Europa und bei T-Systems verdiente das Unternehmen besser als ein Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte im dritten Quartal konzernweit um knapp fünf Prozent auf 19,1 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um 8,5 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich stieg der Konzerngewinn bei 1,11 Milliarden Euro auf mehr als das Doppelte. Im Vorjahr hatten Sondereffekte den Überschuss deutlich geschmälert.

T-Mobile US als Wachstumsmotor

In den USA weist die Telekom nach wie vor die größten Wachstumsraten bei Umsatz und operativem Gewinn aus, die Zahlen hatte T-Mobile US aber bereits vorgelegt. Besonders kräftig fiel im abgelaufenen Quartal aber auch das Plus im europäischen Ausland aus. Für dieses Jahr hatte Finanzchef Thomas Dannenfeldt die erste operative Gewinnsteigerung seit Jahren versprochen. Zum Wachstum trug bei, dass in den Monaten August und September der für 1,8 Milliarden Euro übernommene österreichische Kabelanbieter UPC Austria erstmals einbezogen wurde.

In Deutschland geht die Strategie üppigerer Tarife dank der guten konjunkturellen Lage immer mehr auf. Die Umsätze mit Mobilfunkdienstleistungen stiegen im Vorjahresvergleich um 3,1 Prozent, wenn Regulierungseinschnitte herausgerechnet werden. In der Gesamtsparte Deutschland gingen die Umsätze zwar um fast ein Prozent zurück, was laut dem Unternehmen aber an der Änderung von Bilanzierungsregeln lag.

Die seit Jahren schwächelnde IT-Tochter T-Systems konnte im Vorjahresvergleich ebenfalls etwas zulegen. Unter anderem verzeichnete die Telekom hier Wachstum bei Cloud-Angeboten, in denen sie Datenspeicher und -verarbeitung in Rechenzentren anbietet. Das Datencenter in Biere bei Magdeburg war zuletzt erst erweitert worden

la/dpa

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