Mittwoch, 12. Dezember 2018

Deutsche Bank baut um DWS-Chef Moreau muss gehen, IT-Chef Kuhnke rückt in Vorstand

Deutsche Bank: IT-Chef Frank Kuhnke rückt in die Führungsspitze auf, DWS-Chef Nicolas Moreau muss einen Posten räumen

Die Deutsche Bank baut um: IT-Chef Frank Kuhnke rückt in den Vorstand auf. Bei der Fondstochter DWS muss Chef Nicolas Moreau seinen Posten räumen. Nachfolger wird der Leiter des Privatkundengeschäfts, Asoka Wöhrmann.

Eigentlich ist Frank Kuhnke bereits seit April für die gesamten IT-Systeme und damit eine Großbaustelle bei der Deutschen Bank verantwortlich. Jetzt holt ihn das Geldhaus aber auch ins oberste Führungsgremium. Kuhnke wird zum 1. Januar 2019 Vorstandsmitglied.

Veränderungen gibt es auch bei der Fondstochter DWS. Chef Nicolas Moreau muss gehen angesichts der Milliardenabflüsse, die er nicht stoppen konnte. Sein Nachfolger wird Asoka Wöhrmann, zuletzt Chef des Privatkundengeschäfts bei der Deutschen Bank.

Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte Moreau vor zwei Jahren von dem französischen Versicherer Axa geholt. Er sollte die Fondstochter an die Börse bringen und das Geschäft mit institutionellen Kunden ausbauen. Der DWS-Börsengang floppte. Der Aktienkurs hat seither deutlich nachgegeben. Die Fondstochter kämpfte zudem Quartal für Quartal mit Abflüssen. Diese lagen zwischen Juli und September bei 2,7 Milliarden Euro, im Quartal davor waren es 4,9 Milliarden Euro.

Auch Moreaus Führungsstil war intern in der Kritik: Er schaffe es nicht, seine Mitarbeiter zu motivieren. Investoren und auch Kunden kritisierten dagegen teilweise mangelndes Wissen über die DWS-Produkte. Einige wichtige Manager wie Tim Albrecht, Star-Investor für deutsche Aktien, haben zuletzt ihren Abschied von der Deutsche-Bank-Tochter verkündet. Albrecht wechselt zu Berenberg.

Frank, the tank: Kuhnke hat einen der schwierigsten Jobs der Deutschen Bank

Frank Kuhnke, der seit gut 30 Jahren bei dem Frankfurter Geldhaus arbeitet, hat im Frühjahr den Job von Kim Hammonds übernommen. Sie war im Vorstand für IT-zuständig, ist aber ausgeschieden, nachdem sie die Bank das "dysfunktionaliste Unternehmen" nannte, für das sie jemals gearbeitet habe.

Christian Sewing, damals neu ernannter Vorstandschef der Deutschen Bank, vertraute Kuhnke die schwierige Aufgabe an, die IT zu vereinfachen und günstiger macher. Er gilt als durchsetzungstark und im Zweifelsfall wenig diplomatisch. "Frank, the tank" lautet sein Spitzname. Einige, die Kuhnke schon länger kennen und mit ihm zusammengearbeitet haben, äußerten sich erstaunt über seine Beförderung: "Mit seiner äußerst direkten und häufig nicht gerade politisch korrekten Art und Weise kann er sich schnell Feinde machen." Das mache am Ende auch Sewing angreifbar.

Die Auswechslung an der Spitze der DWS und die Beförderung Kuhnkes gehören zu den ersten wichtigen Personalentscheidungen von Sewing, der seit Frühjahr die Deutsche Bank leitet und Nachfolger von John Cryan ist. Sewing hat sich vorgenommen, die Kosten der Bank nach mehreren halbherzigenVersuchen deutlich zu drücken und parallel dazu das Wachstum anzukurbeln. Bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Mittwoch waren Erfolge beim Sparen deutlich, allerdings nicht beim Wachstum. Das hat den Aktienkurs auf ein neues Tief gedrückt.

Kim Hammonds war 2015 angetreten, um die IT-Systeme und die Probleme dort in den Griff zu bekommen. Es ist ihr nicht gelungen. Sie verteidigte sich stets damit, dass sie die Zahl der unterschiedlichen Systeme innerhalb des Geldhauses immerhin von 42 auf 32 reduziert habe. Eigentlich war sie beauftragt worden, diese Zahl auf vier zu drücken.

Kuhnke arbeitet seit 1986 bei der Deutschen Bank. Er war unter anderem in Tokio, London, New York und an mehreren Standorten in Deutschland im Einsatz.

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