Dienstag, 20. November 2018

Regierung verspricht Konjunkturhilfen Kursrally in China - Peking stemmt sich gegen Ausverkauf

Erholungsversuch: Die Börsen in Shenzen und Shanghai erholten sich von ihrem Vierjahrestief, das sie in der Vorwoche erreicht hatten

Chinas Zentralregierung stemmt sich gegen einen weiteren Ausverkauf am chinesischen Aktienmarkt. Die Steuern sollen sinken, und auch private Unternehmen sollen Hilfen erhalten. Die jüngsten Versprechen sorgen für eine Kurserholung an den Märkten - offen ist nur, wie lange.

Wegen der Aussicht auf weitere Konjunkturhilfen der Regierung in Peking haben sich Anleger am Montag erneut mit chinesischen Aktien eingedeckt. Die Börsen in Shenzen und Shanghai schossen jeweils um fast fünf Prozent in die Höhe. Auch in Hongkong deckten sich Investoren wie schon am Freitag in größerem Stil mit Aktien ein. Die Umsätze an Chinas Börsenplätzen waren am Montag mehr als doppelt so hoch wie sonst üblich. Am Donnerstag hatten die Indizes an Chinas Festlandbörsen noch auf dem tiefsten Niveau seit vier Jahren geschlossen - unter anderem wegen des weiter schwelenden Handelsstreits zwischen China und den USA.

Grund für den Erholungsversuch sind die Versprechen von Regierung und Notenbank, die Konjunktur weiterhin zu stützen. Die Zentralregierung in China will die Steuern für Privatleute senken und erhofft sich davon einen Schub für die Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes legte im dritten Quartal lediglich um 6,5 Prozent zu - das war weniger als erwartet.

Bereits am Freitag hatten die Chefs der chinesischen Notenbank, der Banken und Versicherungsaufsicht sowie der Börsenaufsicht in zeitgleich abgegebenen Erklärungen verunsicherte Investoren beruhigt. Die Zentralbank prüfe Maßnahmen, um etwaige Finanzierungsschwierigkeiten von Unternehmen zu verringern. Die geldpolitischen Instrument würden genutzt, um die Kreditvergabe der Banken zu stützen. Man beobachte das Geschehen am Markt genau und habe Mittel, unterstützend einzugreifen.

Am Wochenende meldete sich Staatschef Xi Jinping persönlich zu Wort und fügte hinzu, die Kommunistische Partei würde die Entwicklung privater Firmen in China tatkräftig unterstützen - denn der private Unternehmenssektor sei ein unbestritten wichtiger Bestandteil der Volkswirtschaft.

Auch in Japan nahmen Anleger die Zusagen aus China mit Erleichterung zur Kenntnis. In Japan schloss der Leitindex Nikkei 0,4 Prozent höher bei 22.614 Punkten. Der breiter gefasste Topix legte 0,2 Prozent zu. Investoren seien zuversichtlich, dass die anlaufende Bilanzsaison im Großen und Ganzen solide ausfalle und eine Mehrheit der Firmen die Analystenprognosen übertreffen werde, erklärten die Analysten von JP Morgan.

la/mmo/ap/reuters

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH